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(13.09.10/dom)
Am 26. September tritt YOAV im Zürcher Club Abart auf. gay.ch
hat der Kosmopolit von seinem neuen Album erzählt, davon wie er
Songs schreibt, wie er sich auf Konzerte vorbereitet und wie es
war mit Tori Amos auf Tour gewesen zu sein...
Er spielt mit seiner akustischen Gitarre wie wohl kaum ein
Zweiter, und die Songs die dadurch entstehen, haben
Club-Potential.... Mit Songs wie "Club Thing", "Beautiful Lie"
und "Adore Adore" hat er sich international einen Namen gemacht,
und nun ist YOAV mit seinem neuen Album "A Foolproof Escape
Plan" am Start - am 26. September wird er es live im Abart in
Zürich vorstellen (Infos
zum Konzert vom 26.9.10 in Zürich).
Dein Vater kommt aus Rumänien, geboren bist Du in Tel Aviv,
aufgewachsen in Kapstadt und Du hast schon in Montreal und
London gelebt. Wo fühlst Du Dich am meisten zu Hause?
Ich lebe schon seit einiger Zeit wie ein Zigeuner und ich liebe
es umherzuziehen. Es gibt so viele schöne Städte, welche ich
noch entdecken möchte, bevor ich mich irgendwo für länger
niederlassen werde. Berlin, Paris, Tokyo... Wenn ich aber
einen Ort nehmen soll, wo ich mich am besten entspannen kann,
dann ich es sicherlich das wunderschöne Kapstadt - dort bin ich
aufgewachsen und meine Eltern wohnen noch immer dort...
Dein Album "Charmed and Strange" war international ein
grosser Erfolg und alle waren fasziniert, wie Du dieses Album
nur mit deiner akustischen Gitarre, etwas technischem Equipment
und mit deiner Stimme aufgenommen hast. Wie schreibst Du
eigentlich deine Songs?
Jeder Song ist da anders. Einige Songs starte mit ein paar
Wörtern, die ich von jemandem aufgeschnappt habe, oder einem
Traum, den ich gehabt habe, von einem coolen Beat, einer Reihe
von Akorden oder von Melodien, die sich einfach bei Dir
einbrennen. Normalerweise schreibe ich gleich vier bis fünf
songs zeitgleich, und mache sie dann nach und nach während ein
paar Monaten fertig. Bei meinem letzten Album ["A Foolproof
Escape Plan"] etwa musste ich sehr tief graben um die letzten
paar Textzeilen zu finden...
Auf Deiner Myspace-Page schreibst Du von welchen Künstlern Du
selber beeinflusst wirst: Von Timbaland und Kruder and
Dorfmeister über Bob Dylan und Eminem bis zu Björk, Aphex Twin
und Depeche Mode. Welche Einflüsse spielten denn bei deinem
neusten Album "A Foolproof Escape Plan" eine Rolle?
Das neue Album wurde in L.A., Kapstadt und in London
aufgenommen, aber vor allem schon in Los Angeles, also war ich
auch viel mit dem Auto unterwegs. Jeden Tag vom Westen der Stadt
zum Osten, wo sich das Studio befand. Dabei hörte ich soviel
Musik, und vor allem auch viele alte Sachen. Ich hatte ein paar
Fahrten über den Sunset Boulevard mit Bowie und Lou Reed, an die
ich mich gerne erinnere, oder auch durch Malibu mit "The Doors"
und Leonard Cohen. Mir gefiel auch MIA und "The Knife" sehr gut,
und noch vieles mehr...
iTunes scheint in deiner Karriere ein sehr wichtiger
Stellenwert zu haben: Wie siehst Du persönlich die Entwicklungen
im Music Business - von der CD hin zu den Digital-Downloads...
Ich denke, wir sind gerade mitten in einer ziemlich chaotischen
Umstellung von dem, wie die "alten" Major Labels und Radios die
Sache anpacken, hin zu etwas völlig neuem. Ich rechne damit,
dass die Musiker in ein paar Jahren gut leben werden, wenn ihre
eigene Musik online verkaufen, ich bin mir dann aber auch nicht
sicher, ob die Labels dann noch ihren Teil mitspielen werden.
Der schwierige Part wird aber sein, dass man als Künstler in der
grossen Masse an Musikern überhaupt wahrgenommen wird.
Du scheinst fast non-stop durch die Welt zu touren - Live
Konzert an Live Konzert: Ist das auch eine Reaktion auf die
Veränderungen im Music Business?
Ich liebe es live zu spiele. So lange ich dies also machen und
auf diese Weise meinen Sound verbreiten kann, und gleichzeitig
meine Fähigkeiten verbessern und meine verrückten Abenteuer
haben kann, so lange werde ich diese Chance nützen. Es gibt
noch so viele Orte, wo ich gerne auftreten möchte. Die Tatsache,
dass ich alleine auf der Bühne stehe. macht es sehr einfach für
mich zum Touren, und das mit wenig Aufwand und ohne grosse
Tracks und Crew. Daher läuft auf Tour auch immer was...
Im Jahr 2007 bist Du jeweils vor Tori Amos auf ihrer
"American Doll Posse"-Tour aufgetreten. Wie war es für Dich mit
Tori zu Touren?
Es war eine grossartige Erfahrung für mich, und das auf so
vielen Ebenen. Wir haben fünfzig Shows zusammen gemacht: In
dieser Zeit habe ich mich stark verbessert und ich konnte
jedesmal vor Tausenden von Leuten sprechen. Tori ist über einen
Freund der ihr mein Album gezeigt hat, auch mich aufmerksam
geworden, und darauf hat sie mich dann gefragt, ob ich mit ihr
Touren würde. Es war eine grosse Ehre für mich, denn zuvor hat
sie ja schon Rufus Wainwright, Ben Folds, The Eels, Damien Rice
und andere mit auf Tour genommen, bevor die wirklich bekannt
wurden. Ich wusste nicht so genau, was ich von ihrem Publikum
erwarten soll, aber ich bekam fantastische Reaktionen - darunter
Standing Ovations an vielen Abenden. Es war auch sehr lehrreich
für mich Tori während ihrer Tour zu zuschauen, wie sie niemals
die gleiche Show bot während der ganzen Tour und jeden Tag
geprobt hat.
Es ist total faszinierend Dich auf der Bühne live zu sehen,
mit dem "Loopen", wie Du mit Deiner Gitarre umgehst und mit
Deiner Stimme spielst: Wie lang musst Du jeweils für jeden neuen
Song üben, bis Du ihn auch live spielen kannst?
Ich muss das ganze Album irgendwie nochmals völlig neu machen,
um es dann auch live spielen zu können, und das dauert jeweils
lange. Als ich "A Foolproof Escape Plan" fertig hatte, ging ich
in Montreal während Wochen sechs Stunden täglich intensiv
proben. Darauf arbeitete ich in Kapstadt nochmals gut zwei
Monate daran um sie zu verinnerlichen. Der technische Aspekt von
dem was ich mache ist etwas tricky, denn ich nutze meine Hände,
die Füsse und manchmal sogar die Zehen. Ich darf während dem
Spielen gar nicht denken was ich mache, denn dann könnte ich
mich nicht auf die Geschichte konzentrieren, die ich eigentlich
erzählen möchte und was ja eigentlich mein "Job" wäre. Ich würde
mich in den Songs verlieren, daher sollte all das Technische so
sein wie Autofahren... Ich bin immer noch daran mich an die
neuen Songs zu gewöhnen - die sind auch viel komplexer als die
Songs von "Charmed and Strange". Ich musste viel mehr Effekte
und Loops einbauen, um die Songs spielen zu können. Das Gerät
dazu nenne ich nun "das Monster"... Es ist eher gross und wiegt
gut dreissig Kilo!
Ende September spielst Du nun wieder in der Schweiz (Infos
zum Konzert vom 26.9.10 in Zürich): Was dürfen wir diesmal
von Dir erwarten?
Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich in Zürich
aufgetreten bin, und in Lausanne habe ich noch gar nie eine
eigene Show gemacht. Ich habe mich in den letzten ein, zwei
Jahren stark verbessert, so hoffe ich zumindest, und ich werde
auch all die neuen Sounds und Effekte mitbringen. Ich bin sehr
aufgeregt, wie die Leute reagieren, wenn sie meine neuen Songs
und mein neues Album hören. Ich bin wie ein Mix aus DJ und
Gitarrist/Musiker, und so möchte ich, dass die Seele der Songs
mein Publikum erreichen, aber, ich möchte sie auch
hypnotisieren, so wie es ein guter DJ schafft. Ich habe viel
daran gearbeitet, um von den Songs auch Mixes zu kreieren, auf
die gleiche Weise finde ich, dass ich die Gitarre spiele wie
niemand sonst... |