MAX MUTZKE
interview in zürich am 24.02.09

(25.02.09/lp) Von Stefan Raab entdeckt, wurde Max Mutzke 2004 für Deutschland zum Eurovision Song Contest geschickt, wo er als Favorit gehandelt wurde. Mit dem Song "Can't wait until tonight" erreichte er den achten Rang: Eine Platzierung, von der Deutschland inzwischen nur träumen kann. Mit "Black Forest" veröffentlicht er inzwischen sein drittes Album. Wir haben ihn in Zürich getroffen.



gay.ch: Dein neues Album ist zugleich das erste, das nur aus englischen Tracks besteht. Geht es für dich einfacher, wenn du auf Englisch singst?
Max: Das ist spontan so entstanden - ein Prozess sozusagen. Wir hatten damals "Marie" und "New Day" im Kasten und die Plattenfirma war so begeistert, dass wir die weiteren Songs auch auf Englisch aufgenommen haben. Aber beim nächsten Album kann es gut sein, dass ich plötzlich wieder auf Deutsch singe.

Auf "Black Forest" findet man praktisch keinen Songmaterial, das aus deiner Feder stammt...

Ich kann nicht so gut englische "Lyrics" schreiben, Deutsch liegt mir besser. Ich wollte ja nicht, dass die Songs dann inhaltlich komisch klingen würden. Ausserdem war es mal ganz gut einfach zurückzulehnen und sich die Songs schreiben zu lassen.

Liebäugelst du nun mit dem Markt, der über den deutschsprachigen Raum hinausgeht?

Bisher stand das nicht zur Debatte, auch wenn die Bekanntheit durch die Eurovision in anderen Ländern damals gegeben war... Meine Songs waren bis jetzt hauptsächlich auf Deutsch gesungen worden, aber jetzt könnte man mal darüber nachdenken. Wir warten einfach mal ab, wie sich dieses Album in Deutschland entwickelt.

Nach "Marie": Welche wird die nächste Single sein?

Wahrscheinlich "St. Petersburg".
"Smile" würde mir gefallen.
Spielst du ein Instrument?
Ja, Klavier.
Hab ich es mir doch gedacht. Leute die ein Instrument spielen stehen voll auf den Song, weil es da richtig abgeht, aber "St. Petersburg" ist zugänglicher für alle. "New Day" und "Backyard" wären auch noch Single-Varianten.

Ich nenne dir drei Sängerinnen und machst eine Rangliste, mit welcher du ein Duett machen würdest: Stefanie Heinzmann, Duffy und Amy Winehouse.
Mit Stefanie Heinzmann hab ich schon mal gesungen. Das war im Kaufleuten in Zürich. Das war super.
Bei Amy: Das würde mich imponieren, mit ihr zu singen. Wenn ich ganz egoistisch an meine Karriere denke, dann wäre sie an erster Stelle, aber bei ihr wäre mir die Unsicherheit zu gross. Es gibt ja diesen Videoclip, wo andere für sie singen, weil sie nicht "zur Verfügung" stand... Diese Art von Unsicherheit wäre mir aber dann wahrscheinlich dann doch zu gross.
Duffy: Ja, die macht sehr, sehr gute Musik und ist astrein.

Ein Moderator wollte dich mal überreden deine zusammengewachsene Augenbrauen zu zupfen. Hat er es geschafft?
Ja, ja, meine Augebrauen... Ich werde oft darauf angesprochen und ich finde es geil, dass ich es nie gemacht habe. Gerade bei den ersten Sendungen bei Raab, als in der Maske lag, versuchte man mich davon zu überzeugen, sie zu zupfen, aber ich wollte das nicht. Ich wollte natürlich bleiben, so wie ich bin, sonst hätte ich mir die schiefen Zähne auch noch gleich richten lassen können und so... und dann hätte ich dann am Schluss so wie ein geschleimter Casting-Typ ausgesehen. Aber beim Raab ging es zum Glück nicht darum gestylt auf der Bühne zu stehen. Ich musste ja kein Image aufbauen, wieso sollte ich jetzt auf einmal anfangen so etwas zu machen.

Was sagst du, wenn jemand behauptet, dass deine Musik Mainstream ist?

Mainstream klingt auf den ersten Blick irgendwie negativ, aber auch ich musste meine Meinung revidieren, denn Mainstream kann ganz vieles sein und schliesslich entscheidet immer der eigene Musikgeschmack was gut und schlecht ist. Ich habe lange mit meiner anderen Band all diese komplizierte Sachen für die "Musikpolizei" gemacht... mit abgefahrenen Beats und so, aber jetzt geniesse ich es, einfach schöne Melodien zu machen.
 

people imagemutzke max - black forest (741616)  "Black Forest": Das dritte Album von Max Mutzke