JAMIE CULLUM
telefoninterview 13.11.09


(16.11.09/lp) Am 6. November hat Wirbelwind-Jazz-Pop-Sänger Jamie Cullum seine neue CD "The Pursuit" veröffentlicht. Wir haben mit ihm gesprochen.

Hast du für das Booklet deiner neuen CD ein Klavier, bzw., einen Flügel in die Luft gesprengt?

Nicht wirklich: Wir haben ein Flügel nachgebaut, es explodieren lassen und die Explosion fotografiert. Der Rest ist dann mit den Bildern daraus zusammengesetzt geworden. Ich war bei der Sprengung dabei und fand die Aktion ganz witzig. Es war interessant zuzuschauen.

Dann war es nicht das Klavier, dass bei dir in der Küche steht...

(lacht) Nein, nein, mein Klavier in der Küche steht noch und da soll es auch bleiben. Es ist sowieso ein kleines Klavier.

Aber die Küche steht noch?

Ich weiss, was du damit meinst (lacht): Ja die steht noch, trotz den Aufnahmen, welche wir darin für das neue Album gemacht haben. Die Akustik gefällt mir in der Küche nun mal...

Kannst du dir an dem Moment erinnern, als du dich entschieden hast den Rihanna-Song "Don't Stop The Music" auf deiner Weise neu aufzunehmen?

Es gab nicht unbedingt ein solches Entscheidungsmoment: Ich habe einfach mal am Klavier herumexperimentiert und plötzlich hab ich, ohne dass ich es eigentlich wollte, diesen Song gespielt und hatte Spass daran. Es ist einfach so passiert... und schliesslich landete es dann auf dem Album...

Und wann können wir mit einem ABBA-Song von dir rechnen?

Gar nicht (lacht). Es könnte genauso ein AC/DC-Song werden.

... dann lass mich die Frage anders stellen: Wenn ABBA, dann welchen Song?
Ich wähle nicht den Song, der Track kommt zu mir, ganz spontan, wie dies beim Rihanna-Song der Fall war.

Wenn wir schon beim Thema "Spontaneität" sind: Deine Band weiss vor einem Konzert scheinbar nie, wie die Reihenfolge der Tracks ausfallen wird, sprich, eine Setlist gibt es nicht...

Nein, eine Setlist gibt es tatsächlich nicht. Sie folgen mir einfach...

... also können schon mal ein paar falsche Töne erklingen...
Ja klar. Das macht ja auch nichts, wenn es nicht perfekt ist. Dafür lebt das Ganze dann umso mehr. Und glaub mir, meine Jungs können recht gut improvisieren! Das Improvisieren ist im Jazz Tradition.

Spontan warst du scheinbar auch, als du Kylie beim "The Music Industry Trust Award" 2007 am Klavier begleitet hast...

Das war so: Kylie hat mir angerufen und gesagt, dass sie beim Song "I should be so lucky" eine chillige Lounge-Version vorsingen möchten und da sie das schon mal in dieser Richtung gemacht hat, hat sie mir diese geschickt und gesagt: Jamie, kriegst du das in 24 Stunden hin? Und ich hab dann gesagt: Klar! Kylie ist eine "lovely Lady", da macht man doch das gerne für sie!

Du kommst bei den Japaner glaube ich noch gut an...
Das stimmt - die sind schon ein bisschen anders, als der Rest der Welt. Sie haben einfach eine etwas andere Identität und sie haben einen guten Zugang zu Jazz; ja, sie fahren recht gut auf Jazz ab.
 
Du hast mal im Song "I Want To Be A Popstar" diese Strophe gesungen: "maybe next year i'll pretend to be gay - i'll sell more records in a flash that way". Habe gehört, der Song handle von Robbie Williams...
Es ist eher eine Anspielung, dass er damals mit dem Kokettieren, dass er schwul sein würde, einen guten Platz in der Charts erreicht hat. Der Song handelt aber allgemein über die Musikindustrie.

Fühlst du dich geehrt, dass Bruce Weber dich mal für die Zeitschrift "Vanity Fair" fotografiert hat?

Nun, es ehrt mich mehr, dass Bruch Weber ein Fan meiner Musik ist... Solche Shootings bedeuten mir nicht wirklich viel. Aber es war interessant mal einen Tag lang mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist ein wahrer Künstler. Es war irgendwie magisch, das Shoot.

Kommentiere doch bitte meine Behauptung: Du bist hyperaktiv!

(lacht) Ach du... Sagen wir es so: Auf der Bühne ja, privat nicht.

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JAMIE CULLUM
THE PURSUIT

Ein englischer Wirbelwind macht aus Jazz Pop und aus Pop Jazz.

Ob ein Cole Porter Song wie "Just One Of Those Things", eine Cover-Version von Rihanna's "Don't Stop The Music" oder sein eigener Song "I'm All Over It": Dieser Mann scheint einfach alles zu können - Singen, komponieren, Klavier spielen und unterhalten. Kein Wunder liegen ihm nicht nur in seiner Heimat Kritiker und Publikum zu Füssen.

Tracks :

1. just one of those things
2. i'm all over it
3. wheels
4. if i ruled the world
5. youn and me are gone
6. don't stop the music
7. love ain't gonna let you down
8. mixtape
9. i think, i love
10. we run things
11. not while i'm around
12. music is through
 Jamie Cullum Live: Samstag, 29. Mai 2010, 20 Uhr Volkshaus Zürich