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Am Samstag, 17. Oktober startet
das lang erwartete Musical "Elisabeth - Die wahre Geschichte der
Sissi". Wir haben dem Darsteller Felix Martin ein paar Frage
gestellt.
- Was gefällt dir besonders gut am Musical "Elisabeth"?
Und welche ist für dich grösste Herausforderung in der Rolle vom
Tod?
Der Tod in unserem Musical kommt nicht als furchteinflössender
Sensemann, sondern als ein für Elisabeth attraktives Wesen. Die
Figur symbolisiert die Todessehnsucht, die Elisabeth in ihrem
Leben verspürte. Er ist quasi ihr einziger, wahrer Freund und
Gefährte. Er schmeichelt ihr, bezirzt und verführt sie in seine
Welt und spendet ihr Trost in ihrem aus vielen Zwängen
bestehenden Leben. Doch der Tod ist nicht aufrichtig. Er spielt
genüsslich ein sarkastisch Spiel mit ihr. Nach aussen zeigt er
sich verführerisch. Doch letzten Endes holt er jeden
erbarmungslos in sein Todesreich. Und wenn er einen hat,
interessiert er sich schon nicht mehr für einen. Diese Rolle
jeden Abend neu zu entdecken, ist für mich eine grossartige
Herausforderung, die ich sehr geniesse.
- Wie viel Zeit musstest du für die Vorbereitung
investieren, vor der ersten Aufführung bei "Elisabeth"?
Die reine Probenzeit mit Regie und Choreographie dauert rund
sieben Wochen. Natürlich bereitet man sich bereits vorher vor
und kommt - wie wir das nennen - einstudiert zur Probe. Also ich
kann meinen Text und habe mich ausführlich musikalisch mit der
Partitur beschäftigt. Ansonsten wäre das zeitlich nicht zu
machen.
- Gibt es eine Rolle, die du nie übernehmen möchtest?
Eigentlich bin ich da sehr aufgeschlossen solange es nicht
Gewalt verherrlichende oder rein zynisch ausgerichtete Rollen
sind. Eine Rolle muss mich einfach interessieren und mich
herausfordern. Sie sollte mehrere Facetten haben, dann kann ich
mich da voll hineinwerfen.
- Welche Musik hörst du privat am liebsten?
Ich bin ein grosser Klassik- und insbesondere Opernliebhaber.
Ansonsten habe ich einen sehr breiten Musikgeschmack. Ich sag
mal von Mika bis Gitte.
- Hast du auch schon an Aufnahmen von Pop-Songs gedacht?
Bislang habe ich fünf Solo-CDs veröffentlicht. Auf denen gibt es
hauptsächlich Musical aber auch Swing, Chansons und ein wenig
Pop zu hören. Mitte September erschien meine neue Maxi-CD "Der
letzte Tanz" mit Songs aus Elisabeth, die alle durch eine sehr
pop-rockigen Musicalstil geprägt sind.
- Zu welcher Rolle, die du bisher gespielt hast, siehst du die
grösste Parallele zu dir als Person und weshalb?
Am liebsten spiele ich Rollen, die nicht wirklich von dieser
Welt sind. Beispielsweise den Vampirgrafen von Krolock aus Tanz
der Vampire, den FrankN'Furter aus der Rocky Horror Show oder
eben den Tod aus Elisabeth. Es scheint auf den ersten Blick
nicht viel mit mir als Felix zu tun zu haben, aber wenn ich mich
auf eine solche Rolle einlasse, dann gehe ich schon in mich und
versuche zu ergründen, welche Aspekte meiner eigenen
Persönlichkeit ich einfliessen lassen kann. Das ist ein immer
äusserst spannender Prozess.
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Copyright Foto: Dirk Hetzel
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- Wie ist das für dich, wenn du siehst, dass Fans eine eigene
Fan-Homepage von dir führen?
Neben meiner offiziellen Homepage (www.FelixMartin.de) gibt es
tatsächlich eine Internetseite, die von Fans ins Leben gerufen
wurde. Es freut mich, dass ich Menschen mit dem, was ich seit
vielen Jahre tue, etwas geben kann. Aber jetzt ist Zürich
angesagt, worauf sich das ganze Ensemble schon riesig freut.
- Du bist viel unterwegs, hast du nicht ab und zu
Heimweh?
Vor dem Engagement in Zürich habe wir Elisabeth ein
halbes Jahr in meiner Wahlheimat Berlin gespielt, in der
ich schon seit über zehn Jahre mit grosser Freude lebe.
Wenn ich längere Zeit unterwegs bin, vermisse ich Berlin
schon manchmal sehr.
- Ist eine Beziehung durch das viele Reisen
überhaupt möglich?
Ich bin ein Beziehungsmensch. Mit meinem jetzigen
Lebenspartner bin ich seit acht Jahren zusammen. Wir
wissen beide, dass mein Beruf mit vielen Ortswechseln
verbunden ist. Das müssen wir beide akzeptieren. Auch
wenn die Trennung manchmal schmerzt. Um so mehr
geniessen wir die gemeinsame Zeit. Wir beide lieben das
Theater, erkunden gerne Berlin und sind viel mit unserer
fünfjährigen Dalmatinerhündin unterwegs.
- Interessiert sich die Presse auch über
persönlichen Belangen über dich?
Zum Glück nicht über die Massen. In der Regel geht es um
mein berufliches Leben.
- Welche sind deine Pläne nach "Elisabeth" in
Zürich?
Im März beginne ich am Opernhaus Magdeburg mit den
Proben für die Titelrolle des Musicals "Jekyll & Hyde".
Wieder eine Rolle, die zumindest zum Teil nicht von
dieser Welt ist. Darauf freue ich mich schon sehr und
zum Glück ist Magdeburg nicht weit weg von Berlin. |