EISBRECHER
interview in zürich

people image(06.02.12/lp) Das Duo hat soeben ihr neues Album "Die Hölle muss warten" veröffentlicht. Wir haben die Jungs getroffen.

Mit einer Platzierung in der Schweizer Hitparade auf Platz 16, sind sie bei uns so erfolgreich wie noch nie. Zeit also, dem Duo mit ihrer etwas düsteren Musik ein paar Fragen zu stellen. Eisbrecher sind: Alexander „Alexx“ Wesselsky (im Bild: unten sitzend) und Noel Pix (im Bild oben, mit der Schlange um den Hals).

Ich lese euch mal vor, was auf Wikipedia steht, wenn es um die Stilrichtung der Musik geht, die ihr macht:

Alexander „Alexx“ Wesselsky und Noel Pix bezeichnen den Klang, den sie mit Eisbrecher erzeugen, selbst als „Elektronischen Trip-Rock“. Sie versuchen, harte Gitarrensounds durch kraftvolle Elektroklänge zu ergänzen. Häufig findet seitens der Medien eine Zuordnung zum umstrittenen Genre der Neuen Deutschen Härte statt, die der Band jedoch selbst nicht zusagt.

Noel Pix: Die Bezeichnung „Elektronischen Trip-Rock“ haben wir bei unserer ersten Platte ins Leben gerufen. Da wussten wir noch nicht genau, wie wir unsere Musik bezeichnen sollten. Ich hab versucht diesen Begriff bei Wikipedia zu ändern, aber es ist mir nicht gelungen…

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Unsere Musik ist Rock Musik mit deutschen Texten und einem gesunden Schuss Pop-Appeal.

Noel Pix: Aber 2004 war noch nicht klar, wo wir landen, deshalb gab es diese Schublade… Zum Begriff der Neuen Deutschen Härte: Das ist etwas, das uns nicht behagt und auch nicht sonderlich beliebt ist…

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Dieser Begriff greift nicht und wenn, dann zu kurz. Neu? Sind wir nicht. Deutsch? Ok, Ja. Hart? Was heisst denn hart? Das wir nur herumschreien und draufhauen? Tun wir nicht! Deshalb haben wir damals versucht mit „Elektronischen Trip-Rock“ unsere Musik zu beschreiben: Wir nehmen dich mit auf einem elektronischen Rock-Trip… Na ja, Trip-Rock hat sich nicht als Begriff durchgesetzt und mit diesem „schlechten Gag“ müssen wir nun leben (lacht).

gay.ch: Wie sieht es denn aus mit dem Vergleich mit Rammstein, den man ab und zu, hie und da, immer wieder liest oder hört?

Noel Pix: Mit einem „klingt wie…“ haben wir kein Problem, wer aber sich eine Eisbrecher-Platte intensiver und in die Tiefe anhört, der stellt fest, dass da viel mehr Abwechslung und Facettenreichtum drin ist. Und da ist auch ein Sänger dabei, der auch singt!

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Wenn mich jemand fragt, was wir für Musik machen, dann sag ich: Wir liegen zwischen Rammstein und Unheilig. Nicht so krass wie Rammstein und nicht so soft wie Unheilig. Das war auch unser Ziel: Genau in diesem Feld marschieren wir musikalisch durch. Und wir fühlen uns pudelwohl: Wir können emotional sein und wir können aber auch draufhauen.

gay.ch: Wenn man eure Chartplatzierungen bei den Alben ansieht, ging es zunehmend bergauf, bis ihr dann in Deutschland sogar die Top Ten geknackt habt. Wie erklärt ihr euch diese Entwicklung?

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Wir haben nicht sonderlich etwas anderes gemacht. Ich glaube es liegt auch daran, dass unsere Songs immer wieder in den Clubs gespielt werden. Vielleicht könnte auch meine TV-Präsenz mit der Sendung „Der Checker“ eine Rolle gespielt haben, dass sich die Leute gefragt haben: „Was macht der sonst noch?“. Geschadet wird es wohl nicht haben…

Noel Pix: Ich glaube es sind sehr viele Sachen, die da zusammen eine Rolle spielen.

gay.ch: Nehmen wir an, ihr überrascht eure Fans mit einem Album, wo sie eine ganz andere Art Musik vorfinden: Welche Musik würdet ihr den spielen?

Noel Pix: Ich glaube da darf man sich nicht zu fest aus dem Fenster lehnen…

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Klar, nach so vielen Jahren könnte man mal Lust bekommen, etwas anderes zu spielen, aber dann schreit ein Soloprojekt danach. Aber dann muss nicht unbedingt „Eisbrecher“ drauf stehen. Man müsste das Ding anders nennen. Ich glaube sonst würde man die Fans vor dem Kopf stossen. Ich könnte ja zum Beispiel eine Schlagerplatte aufnehmen und mich „Eiskönig“ nennen (lacht). Und dann würde sich der Pix für mich schämen! (Beide lachen).

gay.ch: Für welche Film, der bereits im Kino, hättet ihr gerne den Soundtrack geschrieben?
Alexander „Alexx“ Wesselsky: Inglourious Basterds!

Noel Pix: Was? Für den Film? Nein, für den Film hätte ich die Musik nicht gerne gemacht. Ich muss mal überlegen: Ein Film der gut ist, aber die Musik Scheisse ist... Rain Man! Der Film hat sogar einen Oscar gewonnen, aber die Musik ist so schrecklich... Aber der Film ist geil. Sogar Tom Cruise ist geil darin.

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Darf ich mich korrigieren? Ich rudere nochmals zurück: Wenn ich recht überlege, dann lieber ein Endzeitfilm. So mit düstere Stimmung. Oder "Alien". Auf jeden Fall etwas mit Science Fiction.

gay.ch: Welchen ABBA-Song würdet ihr covern?
Alexander „Alexx“ Wesselsky: "The Winner Takes it All".

Noel Pix: Und du würdest dazu singen? (lacht). Dann müsstest du aber lieber "Waterloo" singen...

Alexander „Alexx“ Wesselsky: Nein, das klingt nach Klo. WaterLOO... Wenn ich richtig gut singen könnte, dann schon "The Winner Takes it All" - das ist ein Jahrhundertlied. Und der Text ist auch so gut. Die haben sich ja getrennt und so... Das ist purer Pop!

 

 
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