Wir
sprachen mit dem Eurovision-Sieger über Musik, Privates und über
Gays.
Heisst du wirklich Alexander Rybak, oder ist das ein
Künstlername? Ich heisse wirklich so
und ich bin happy, dass der Name so schön klingt. Ich musste mir
keine Gedanken über einen Künstlername machen.
Musstest
du dir eine geheime Telefon-Nummer organisieren, als du berühmt
wurdest? Nach dem ich in
Norwegen das Finale gewann, musste ich meine Nummer wechseln.
Ich bekam laufend Anrufe von fremden Menschen. Irgendwie
vermisse ich diese Anrufe, aber es waren einfach zu viele.
Wie
bewahrst du deine Privatsphäre gegenüber der Presse - vor allem
die Boulevardpresse? Ich finde es wichtig,
ehrlich zu sein - so beantworte ich auch alle Fragen...
Ausserdem möchte ich, dass die Leute über meine Projekte
informiert sind. Ich glaube aber, dass es weniger interessant
ist, dass jeder Tag irgend etwas über mich in der Zeitung steht.
Wusste
dieses Mädchen, von dem "Fairytale" handelt, dass du über sie
singst? Nein, das war eine
Überraschung für sie. Sie hat mir eine SMS geschickt, nachdem
ich den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Ob sie den Song
gut findet oder nicht, dass weiss ich nicht. Wenn sie gegenüber
der Presse sagt, dass sie ihn gut findet, dann muss das nicht
zwangsläufig wirklich so sein. Vielleicht findet sie das Lied ja
sogar ganz schrecklich (lacht)... Ich habe bisher noch nicht mit
ihr darüber gesprochen.
Weisst
du, in wie vielen Ländern "Fairytale" auf den ersten Platz der
Charts war? In Norwegen... Mehr
weiss ich nicht.
Belgien,
Schweden, Finnland und Dänemark. Ausserdem erreichte die Single
in Holland, Österreich und in der Schweiz die Top Ten... Wow!
Machst
du dir darüber Gedanken, ob die nächste Single ebenso
erfolgreich wird? "Funny Little World"
ist in Norwegen bereits ein Hit. Ich hoffe natürlich, dass dies
in anderen Länder auch der Fall sein wird.
Mit welchem
Instrument komponierst du deine Songs? Hauptsächlich mit dem
Klavier, aber das kann auch sonst irgendwo sein, wenn ich
plötzlich eine Idee habe. Jetzt zum Beispiel, sitze ich im Auto
und da könnte mir plötzlich eine Idee auftauchen...
Du sitzt
im Auto? Ich hoffe, dass du nicht fährst und sprichst... Nein, nein, meine
Managerin fährt.
Wie kam
es dazu, dass du schon vor dem Eurovision Finale einen
Plattendeal hattest? Ich bin sehr happy,
dass es dazu gekommen ist und dass die Leute von Anfang an an
mich geklaubt haben. Ich hatte zuerst einen Deal bei Emi
Norwegen und dann kam der internationale Deal dazu. Aber wie
genau das abgegangen ist, das weiss ich nicht bis ins Detail:
Mein Management hat diese Sachen geregelt.
Kannst
du dich am Moment erinnern, als du dich entschieden hast am
Eurovision teilzunehmen? Da war ich, mit meiner
Violine, oben auf einem Berg und dann entstand die Melodie zu "Fairytale".
Ich begann mir auszumalen, wie der Song mit Tänzer wirken würde.
Dann hab ich mir gesagt, dass so ein Auftritt in einer grossen
Show sein sollte und so fiel mir plötzlich ein, dass der
Eurovision Contest dazu passen würde.
Stimmt
es, dass die Ukraine - Svetlana Loboda "Be My Valentine" - dein
Favorit war? Der Song war mein
Favorit, obwohl die Gruppe als solches nicht mein Favorit war.
Hast du
schwule Freunde? Ich kenne einige. Der
Host am Eurovision-Finale, der war schwul und ich habe noch
Kontakt mit ihm. Wir haben die gleiche Wellenlänge. Er ist ein
Kämpfer und kümmert sich nicht um Traditionen. Das gefällt mir.
Wieso
gab es auf der Bühne keine Bemerkungen zum Vorfall der Gaypride
in Moskau? Wir haben das nicht
richtig mitbekommen, weil alle mit den Vorbereitungen für das
Finale beschäftigt waren. Was genau passiert ist, hab ich erst
am nächsten Tag erfahren. Ich bin froh, dass es keine Verletzte
gegeben hat.
Wohnst
du alleine? Ich wohne etwa 20
Minuten von Oslo entfernt, in einem grossen Haus. Ich wohne im
zweiten Stock, unten wohnt eine alte Frau und sie lässt mich das
ganze Haus in Anspruch nehmen.
Mit
welchem Interpret möchtest du mal ein Duett machen? Oh, was soll ich sagen?
(Pause) Meine Managerin hat mir gesagt, ich soll diese Frage
vorbereiten und ich habe es immer noch nicht gemacht (lacht).
Also, da gibt es ganz viele... Sagen wir mal Sting. Oder jemand,
der einen ganz anderen Musikstil macht als ich.