(27.09.10/dom)
Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und neun andere
Organisationen veröffentlichten zum Weltverhütungstag am 26.
September eine Studie mit erschreckenden Resultaten: Nur gerade
die Hälfte der Jugendlichen in der weltweit durchgeführten
Umfrage haben angegeben, gut informiert zu sein bezüglich
Verhütung. Zudem führte die Studie zu Tage, dass immer mehr
Junge ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.
Es ist ein sehr starker Anstieg, wenn man die letztjährige
Statistik mit jener von diesem Jahr vergleicht. Rund ein Viertel
beträgt die Zunahme jener Jugendlichen, welche angegeben haben,
dass sie schon einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt
haben. Anders ausgedrückt: Der Anteil stieg von bereits hohen 36
Prozent aller Befragten im Jahr 2009 auf fast die Hälfte, rund
45 Prozent, im 2010. Erarbeitet haben diese Studie unter dem
Titel "Contraception: Whose responsibility is it anyway?" die
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zusammen mit neun
weiteren Organisationen, und befragt wurden Jugendliche in
Europa, Nordamerika, sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Diese
Stiftungen und Organisationen sind es denn auch, welche den
Weltverhütungstag (World Contraception Day) jeweils am 26.
September ins Leben gerufen haben.
In Sachen Verhütung haben nur rund die Hälfte der befragten
Jugendlichen angeben, dass sie sich bezüglich Verhütung gut
aufgeklärt fühlen. Besonders erschreckend diesbezüglich ist,
dass die Zahl gerade im asiatisch-pazifischen Raum trotz
Aufklärungsbemühungen innerhalb eines Jahres von 36 auf 28
Prozent abgenommen hat, so heisst es in der Studie. Als
Hauptgrund für ungeschützten Sex gaben die Befragten das Fehlen
von Verhütungsmitteln an, wobei die einzelnen Begründungen stark
von den jeweiligen Ländern und Regionen abhängen. Die
Jugendlichen wurden zudem auch zu leider stark verbreiteten
Fehlinformationen befragt: Duschen und Baden nach dem sexuellen
Kontakt sei eine gute Variante, erklärten rund ein Drittel der
Befragten in der Türkei, um eine Schwangerschaft verhindern zu
können. Im weltweiten Gesamtdurchschnitt gaben rund ein Drittel
der Jugendlichen an, dass der Coitus Interruptus eine sichere
Methode zur Verhütung sei - in Russland waren es gar rund
fünfzig Prozent. Dies, obwohl der Coitus Interruptus zu den
unsichersten Methoden zählt.
Die Studie macht einmal mehr auf die Wichtigkeit der sexuellen
Aufklärung von Jugendlichen betreffend Verhütung aufmerksam. Und
der gleiche Appell kommt auch von der
Weltgesundheitsorganisation WHO. So weist die Altersgruppe von
15 bis 24 Jahren die höchste Infektionsrate von sexuell
übertragbaren Krankheiten wie HIV/Aids und Syphilis auf. Es
braucht offenbar auch neue Wege um Jugendliche wieder vermehrt
für das Thema der Verhütung zu sensibilisieren, denn die Studie
der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung brachte auch noch etwas
anderes ans Tageslicht: In Thailand etwa erklärte rund ein
Drittel der Befragten, dass Verhütung schlicht "uncool" ist. |