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USA: Bundesstaat Washington stellt Gesetz zu Marriage Equality vor
family image(05.01.12/dom) Die Gouverneurin vom US-Bundesstaat Washington, Christine Gregoire, stellte sich gestern vor die Medien um offiziell zu verkünden, dass sie ein Gesetz erarbeite, welches die Ehe für schwullesbische Paare öffnen werde.

Es sei an der Zeit, und es sei das richtige, erklärte Christine Gregoire während ihrer Medienorientierung. Und das sage sie sowohl als Ehefrau, als Mutter, als ehemalige Jurastudentin und vor allem als Einwohnerin von Washington mit einem lebenslangen Versprechen an Gleichstellung und Freiheit. Einige würden sagen, dass Eingetragene Partnerschaften das gleiche sei wie eine Ehe, fügte Gregoire hinzu, doch, das sei eine Art von Diskriminierung, welche sie als „gleich, aber trotzdem nicht gleich“ beschreibe. Mit diesen Worten erklärte die Gouverneurin, dass sie sich an die Ausarbeitung eines Gesetzes mache, welches die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vollständig öffnen werde.

Christine Gregoire zeigte sich weiter kämpferisch in ihrer Rede für mehr Rechte für Schwule, Lesben und Transgender. Es gebe das Argument, dass man den gleichgeschlechtlichen Paare die Ehe nicht zusprechen solle, weil die Ehe nur mit der Zeugung von Nachwuchs verbunden sein könne. Sollen wir dann die Ehe auch jenen heterosexuellen Paaren verbieten, welche keine Kinder haben wollen, welche keine Kinder haben können, oder welche Kinder adoptieren oder durch künstliche Befruchtung kriegen, fragte sie weiter. Einige würden damit argumentieren, dass die Homo-Ehe die Institution „Ehe“ gefährde. Ist das die Rolle des Staates? Dann sei man eindrücklich gescheitert, erklärte sie weiter, wenn wir eine Scheidungsrate unter heterosexuellen Paaren haben, die bei rund 50 Prozent liegt. Auch das Argument, dass man gleichgeschlechtliche Paare aus religiösen Gründen nicht für die Ehe zulassen solle, gelte nicht, denn Hetero-Paare würden auch sowohl zivil und/oder kirchlich heiraten. Der Staat sei nur zum Ausstellen des Trauscheins zuständig, und solle nicht zum Antragssteller der Religionen werden. Das Recht der Kirche sei es immer noch, selber zu entscheiden, wenn sie verheiraten möchten, der Staat werde dabei für die Religionsfreiheit aller Glaubensrichtungen sorgen. Die Argumente, welche man heute zur Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verwende, erinnert uns alle an die Argumente, welche in der Vergangenheit für Diskriminierungen gebraucht wurden - allem voran für das Gesetz, welches damals Ehen zwischen verschiedenen Ethnien verboten hat.

Am Montag startet die neue Session, und dann wird Christine Gregoire diesen Gesetzesentwurf einbringen. Bis er dann sowohl der Senat, wie auch das Repräsentantenhaus darüber befunden hat, wird es aber wohl noch einige Monate dauern, zumal auch im Bundesstaat Washington, wie überall, mit Widerstand der Republikaner und der Tea Party gerechnet werden muss. Würde das Gesetz schlussendlich angenommen die Ehe damit für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, dann wäre Washington der siebte Staat in den USA, nach Massachusetts, Connecticut, Iowa, New Hampshire, Vermont und New York.