(07.12.10/dom)
Die äusserst breit angelegte "National Longitudinal Study of
Adolescent Health" hat die Probleme untersucht, mit welchen sich
LGBT-Jugendliche in ihrem Alltag konfrontiert sehen.
Die Studie unter dem Titel "National Longitudinal Study of
Adolescent Health" wurde von Kathryn Himmelstein ausgearbeitet
und in Zusammenarbeit mit ihrer Co-Autorin Hannah Bruckner,
einer Soziologieprofessorin an der Universität Yale,
veröffentlicht. Die Untersuchungen waren enorm breit angelegt,
weshalb für die Aufarbeitung der erhaltenen Statistiken viel
Zeit verwendet wurden. Insgesamt wurden zwischen 1994 und 1995
rund 20'745 Teenager von der 7. bis 12. Stufe untersucht, und
darauffolgend wurden nochmals 15'197 als junge Erwachsene in den
Jahren 2001 bis 2002 erneut befragt. Mit der Studie wollen die
beiden Frauen vor allem jene Erwachsenen darauf aufmerksam
machen, welche mit LGBT-Teenagern und junge Erwachsenen
arbeiten, um ihnen aufzuzeigen, mit welchen Problem diese zu
kämpfen haben.
Nicht zuletzt durch die jüngsten Selbstmorde von
schwullesbischen Jugendlichen in den USA hat diese Studie an
Aktualität enorm gewonnen. Während die Jugendlichen sich das
Leben nahmen, weil sie von ihren gleichaltrigen Mitschülern
gehänselt, schikaniert und teils sogar gewaltsam gequält wurden,
zeigt die Studie nun auf, dass auch dieses als "Bullying"
bekannte Phänomen durchaus bei den Erwachsenen weiter geht. Dies
zeigt sich etwa am Verhalten der Polizei gegenüber
LGBT-Jugendlichen: So zeigte die Untersuchung, dass
schwullesbische Teenager rund 38 Prozent mal mehr von der
Polizei angehalten wurden, als die gleichaltrigen,
heterosexuellen Jugendlichen. Wenn die Teenager zudem noch offen
mit ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung umgehen, so wird der
Prozentsatz gar auf 53 Prozent erhöht. Dies habe aber keineswegs
damit zu tun, dass schwullesbische Jugendliche verstärkt
Verbrechen vergehen oder gegen ein Gesetz verstossen,
unterstrichen die Autoren der Studie.
Auch das Selbstmordrisiko wurde in der Studie unter die Lupe
genommen. So bestätigt die Untersuchung bereits früher
durchgeführte Studien zu diesem Thema. Die Suizidrate bei
LGBT-Jugendlichen liegt rund viermal höher als bei den
Heterosexuellen. Dieser Fakt und die jüngsten, öffentlich
gewordenen Fälle haben dazu beigetragen, dass aktuell zahlreiche
Kampagnen gegen "Bullying" lanicert wurden, oftmals mit
prominenter Unterstützung bis hinauf zum US-Präsidenten (gay.ch
berichtete). So hat die US-Regierung unter anderem im Oktober
verlauten lassen, dass jenen Schulen, die nicht an der Kampagne
gegen "Bullying" teilnehmen künftig auch die staatlichen
Finanzhilfen gestrichen werden könnten, weil sie das Gesetz der
Geschlechterdiskriminierung nicht genügend durchsetzen. |