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USA: Fünf Selbstmorde von Jugendlichen in einem Monat
family image(04.10.10/dom) Die Zahl der Jugendlichen, die sich das Leben genommen, weil sie aufgrund ihrer Homosexualität schikaniert und attackiert wurden, hat sich auf fünf erhöht, und dass alleine innerhalb des Monats September.

Sie wurden aufgrund ihrer Homosexualität schikaniert, gehänselt, physisch attackiert und damit in den Selbstmord getrieben: Die Zahlen sind erschreckend! Allein im September haben sich deshalb fünf Jugendliche das Leben genommen (gay.ch berichtete). Der jüngste Fall betrifft den 19-jährigen Collegestudent Raymond Chase, welcher sich am Johnson & Wales Campus in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island erhängt hat. Es ist bereits der zweite Selbstmord innerhalb nur einer Woche, erklärte Shane Windmeyer, der Leiter der Organisation "Campus Pride". Es müsse nun auf nationaler Ebene etwas unternommen werden, forderte er weiter.

Es war denn auch die Organisation "Campus Pride", welche an Hochschulen eine Umfrage bei über 5000 jugendlichen Schwulen, Lesben und Transgender, aber auch bei schwullesbischen Lehrern und Schulbehörden zu diesem Thema durchgeführt hat. Die Resultate wurden nun unter dem Titel "2010 State of Higher Education for LGBT People" präsentiert. So erklärte mehr als die Hälfte der befragten Personen, dass sie sich nicht getrauen würden, sich an ihrer Schule öffentlich zu outen um sich damit vor Diskriminierungen und Mobbing zu schützen.

Rund 23 Prozent der Befragten gaben an, dass sie schon einmal selber Opfer von Belästigungen geworden sein. Davon gaben 83 Prozent an, dass die Schikanierungen und das Mobbing auf ihre sexuelle Orientierung zurückzuführen gewesen sei. Bei den transsexuellen Jugendlichen lagen die Zahlen um eines höher, nämlich bei 33 respektive 87 Prozent. Ein Drittel der Befragten gaben zudem an, dass sie sich schon ernsthaft mit dem Gedanken auseinander gesetzt haben, ihre Einrichtung zu verlassen aufgrund des dort vorherrschenden Klimas. Zudem gaben rund 13 Prozent an, dass sie sich um ihre Sicherheit Sorgen machen.

Die Umfrage wurde an Hochschulen durchgeführt, die Zahlen an den öffentlichen Schulen, welche gleichzeitig oft auf soziale Brennpunkte darstellen, dürften noch einiges höher liegen.

Die Schweiz weist in punkto Selbstmordrate über die Gesamtbevölkerung betrachtet eine überdurchschnittlich hohe Rate aus in Bezug auf andere Länder Europas. Im Weiteren muss davon ausgegangen werden, dass laut internationalen Studien homo- und bisexuelle Jugendliche rund sechsmal mehr Suizidversuche begehen als heterosexuelle.