(07.02.12/dom)
Erneut hat sich in den USA ein Teenager das Leben genommen,
weil er aufgrund seiner Homosexualität von Mitschülern gemobbt
und gehänselt wurde. Der 14-jährige Rafael Morelos beging am 29.
Januar Selbstmord und es ist bereits der mindestens vierte Fall
in diesem noch jungen Jahr.
Er sei in der Umkleidekabine in der Schule sogar ins Gesicht
geschlagen worden, erklärte eine ehemalige Mitschülerin von
Rafael Morelos, und eine Andere fügte hinzu, dass er es auch
nicht mehr hören konnte, dass sein jüngerer Bruder ihm folgen
und ebenfalls schwul werde. Es sei sogar ein Fake-Facebookprofil
im Namen von Rafael eröffnet worden, wo sich alle über ihn ausgelassen
und ihn beleidigt haben. Die beiden Schülerinnen kannten Rafael
noch aus der Pioneer Middle School in Wenatchee, und sie blieben
auch noch im Kontakt als Rafael mit seiner Familie nach Cashmere
zog, wo er ab September des vergangenen Jahres in der dortigen Cashmere Middle School zur Schule ging. Aufgrund des konstanten
Bullying sah der 14-Jährige aus Cashmere im US-Bundesstaat
Washington keinen anderen Ausweg mehr, als sich das Leben zu
nehmen. Er erhängte sich schliesslich am 29. Januar.
Der Rektor der Cashmere Middle School, Rob Cline, erklärte auf
Medienanfrage, dass es keine Untersuchungen in Bezug darauf
gegeben habe, dass Rafael Morelos an der Schule gemobbt und
schikaniert wurde. Früher im Schuljahr habe es mal einen
Zwischenfall gegeben, als sich Rafael wegen Bullying an die
Schule wandte. Man habe sich damals dem Fall angenommen, ihn
untersucht und man konnte eine Lösung finden. Welche Massnahmen
man damals getroffen habe, wollte Cline aber nicht
öffentlich bekannt geben, ebenso wollte er den genauen Zeitpunkt
nicht nennen, wann sich Rafael bei ihnen wegen Bullying gemeldet
habe.
Von Seiten der Polizei, welche den Fall untersuchte, wird
berichtet, dass es sich um einen Selbstmord und nicht um ein
Verbrechen handle. Auf Anfrage durch eine lokale Zeitung meinte
Sheriff Brian Burnett gegenüber dem Journalisten einzig, dass er
nun der Erste sei, der ihm sage, dass bei diesem Fall Bullying
involviert sei. Bereits anfangs Woche liess Lieutenant Maria
Agnew verlauten, dass Bullying bei den Untersuchungen nicht in
betracht gezogen wurden, und dass es derzeit auch keine
Anzeichen gebe, welche dieses Motiv unterstützen würden. Weiter
fügte Agnew hinzu, dass die Untersuchungen abgeschlossen
seien, und dass der Fall nur wieder neu angeschaut werde, wenn
entweder die Familie oder Freunde neue Beweise bezüglich
Bullying vorbringen würden.
Unwissend in Bezug auf Bullying war offenbar auch die Mutter von
Rafael, Malinda Morelos. In einem Interview an einer nächtlichen
Mahnwache mit Kerzen, an der am vergangenen Donnerstagabend rund
hundert Trauernde teilnahmen, erklärte sie, dass sie erst jetzt
erfahren habe, dass ihr Sohn offenbar Opfer von Bullying war.
Fast alle Jugendlichen, welche heute zu ihr gekommen seien,
hätten ihr davon erzählt, dass Rafael an der Schule massiv
gemobbt wurde. Weiter erklärte die Mutter, dass sie schon seit einigen Jahren
gewusst habe, dass ihr Sohn schwul sei.
Ihr Sohn habe seine Gefühle aber stets für sich behalten und immer so
getan, als ob alles okay sei.
Befreundete Familien der Morelos haben nun ein Konto eröffnet,
um Geld im Namen von Rafael zu sammeln, damit die Kosten im
Zusammenhang mit dem Selbstmord, etwa für das Begräbnis, gedeckt
werden können.
Der Fall von Rafael ist der bereits vierte Selbstmord eines
schwulen Jugendlichen in den USA alleine im Januar 2012...
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