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USA: Druck auf Obama wächst für weitere Gay Rechte
family image(26.12.10/dom) Er hat sich bereits mehrfach dafür ausgesprochen, dass die einzelnen Bundesstaaten der USA ein Partnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare einführen sollen - jetzt wächst der Druck auf US-Präsident Barack Obama weiter.

Es ist erst wenige Tage her, als US-Präsident ein Wahlversprechen einlösen konnte, die Abstimmung im Senat gewann, und schlussendlich seine Unterschrift unter jenes Gesetz setzen durfte, welche die so genannte "Don't Ask - Don't Tell"-Regel endlich abschaffte (gay.ch berichtete). Sobald das Gesetz in die Praxis umgesetzt ist, dürfen schwullesbische Soldaten künftig im Dienst bei den amerikanischen Streitkräfte offen zu ihrer sexuellen Neigung stehen. Mit der Aufhebung von DADT war auch klar, dass dies erst ein Schritt in die richtige Richtung gewesen ist, und dass es noch viel Arbeit bedeutet, auf dem Weg zur vollständigen Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlichen mit den heterosexuellen Paaren. Der Druck auf US-Präsident Barack Obama hat daher in den vergangenen Tagen stark zugenommen, besonders Seitens der Schwulenaktivisten.

An einer Pressekonferenz vom vergangenen Mittwoch, erklärte Obama, dass diese Abschaffung des Gesetzes der richtige Weg gewesen sei. Er anerkenne aber auch, dass es für gleichgeschlechtliche Paare noch zu wenig weit gehe, und dass man die Debatte über das weitere Vorgehen am laufen halten solle. So fordern verschiedene Schwulenaktivisten von Obama, dass er sich öffentlich an die Staaten wendet und diese auffordert, dass sie ein Partnerschaftsgesetz für schwullesbische Paare einführen.

In dieser Woche gab Präsident Obama zudem ein exklusives Interview mit der Gay Zeitschrift "Advocate", und darin lobte er die gleichgeschlechtlichen Paare, die er aus seinem Umfeld kenne, und unterstrich weiter, dass die so genannte Homo-Ehe gerade bei Menschen, welche in ihren Zwanzigern sind, grossen Support erfahre. Er sagte zwar nicht, dass er persönlich die Homo-Ehe unterstütze, doch, diplomatisch ausgedrückt, liess er es durchscheinen. Er wiederholte zudem auch nicht mehr seine Aussage, dass die Ehe nur für Mann und Frau vorgesehen sei. Er hadere allerdings mit der Gleichstellung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. In der Vergangenheit hat sich Obama stets dafür ausgesprochen, dass die US-Bundesstaaten selber Lösungen finden und Partnerschaftsgesetze ausarbeiten sollen.

Der Druck auf Obama ist gewachsen, damit er sich weiterhin für den Ausbau der Rechte für Schwule und Lesben stark macht. Doch durch die empfindlichen Verluste der Demokraten, wird es für Obama sehr schwer diesbezüglich Mehrheiten zu finden. Die Schwulenorganisationen, welche mit diesen Forderungen an den Präsidenten herangetreten sind, wissen jedoch auch, dass er sich derzeit vor allem um die Wirtschaft kümmern muss, um diese nach der schweren Wirtschaftskrise wieder auf Vordermann zu bringen. Entsprechend dämpft auch das Weisse Haus die Erwartungen in einer offiziellen Stellungnahme: Präsident Obama habe die Fragen rund um die so genannte Homo-Ehe nur auf Anfrage von Journalisten beantwortet. Derzeit habe er aber keine Pläne um die Homo-Ehe oder Partnerschaftsgesetze in einzelnen Bundesstaaten verstärkt zu fordern... Es gebe diesbezüglich auch keinen Zeitplan!