(10.03.11/dom)
Es ist eigentlich unglaublich, und das im Jahr 2011 und in
der sonst so freiheitsliebenden USA: Ein konservativer
Republikaner und eine Demokratin wollen erreichen, dass
Homosexualität im US-Bundesstaat Kansas auch weiterhin illegal
bleibt - dass diese Aktion nutz- und sinnlos ist, scheint sie
nicht zu kümmern.
Mit einem Statement wandten sich am Dienstag die
demokratische Abgeordnete Janice Pauls und der Republikaner
Lance Kinzer an die Öffentlichkeit, und zwar erklärten die
Beiden, dass sie sich dafür einsetzen wollen, dass Schwul-
beziehungsweise Lesbisch-sein im US-Bundesstaat Kansas weiterhin
ein Verbrechen sein soll. Sie wollen damit die Bestrebungen
unterbinden, dass Homosexualität offiziell legalisiert wird.
Zahlreiche schwullesbische Organisationen zeigten sich empört ob
dieser Initiative der beiden Politiker. Insbesondere auch wegen
der Demokratin Janice Pauls, welche vor ihrem Amt als
Abgeordnete eine Richterin war und die Rechtslage eigentlich
kennen müsste.
Diese Aktion von Pauls und Kinzer ist nämlich absolut
unverständlich und sinnlos, wenn man bedenkt, dass das Oberste
Gericht der USA im Jahr 2003 geurteilt hat, dass sämtliche
Gesetze in allen US-Bundesstaaten, welche gleichgeschlechtliche
Beziehungen unter Strafe stellen, verfassungswidrig sind und
deshalb für ungültig erklärt wurden. Zu diesem Urteil kam es
damals im Fall Lawrance gegen den US-Bundesstaat Texas. Die
Richter erklärten damals, dass wenn homosexuelle Beziehungen
durch das Gesetz eines Bundesstaats zu einem Verbrechen gemacht
werden, dann sei das eine Einladung dazu, Homosexuelle sowohl im
Privaten, wie auch in der Öffentlichkeit zu diskriminieren. Aus
diesem Grund wurden schwullesbische Beziehungen per
Bundesverfassung legalisiert, und daran sind auch die einzelnen
Bundesstaaten gebunden - ohne Diskussionen.
Dieses Gesetz, welches Homosexualität kriminalisiert, ist nicht
das einzige, welches im Widerspruch zur Bundesverfassung steht.
Aus diesem Grund hat der Gouverneur von Kansas, Sam Brownback,
eine Behördenstelle kreiert, welche sich genau mit solch
überholten Gesetzen beschäftigt. Bislang war das Thema der
Homosexualität aber noch nicht im Fokus dieser Behörde - doch
dies könnte sich nun ändern. Für Donnerstag, den 17. März, ist
zudem ein Demonstrationszug im Zentrum von Hutchinson geplant -
jene Stadt, für welche die Abgeordnete Janice Pauls im
Repräsentantenhaus des Bundesstaats Kansas sitzt. Mit dieser
Aktion wollen die Demonstanten ihrem Unmut gegenüber der
Politikerin Ausdruck verleihen, und Flagge bekennen, dass
Homosexualität endlich auch auf dem Papier legalisiert wird. |