(17.01.12/dom)
Erneut ist es zu einem Selbstmord eines Jugendlichen
gekommen, welcher aufgrund seiner Homosexualität während Jahren
von seinen Mitschülern gemobbt wurde. Der 18-jährige Jeffrey
Fehr hat sich am Neujahrstag bei sich zuhause in Granite Bay,
Kalifornien, das Leben genommen.
Wieder sorgt das Phänomen des Bullying, das Mobbing unter
Jugendlichen, für einen Selbstmord, dies berichtet die
“Sacramento Bee”. In den frühen Stunden des Neujahrstages
erhängte sich der 18-jährige Jeffrey Fehr im Eingangsbereich des
Hauses in Granite Bay im US-Bundesstaat Kalifornien, in dem er
mit seiner Familie wohnte. Am vergangenen Samstagmorgen
versammelten sich rund tausend Menschen in der Kirche des Ortes
um von Jeffrey Abschied zu nehmen und gleichzeitig um ein
Zeichen gegen Bullying zu setzen. Wie die Eltern erklärten ging
Jeffrey offen mit seiner Homosexualität um. Vor kurzem endete
eine kurze Beziehung, und er war wegen anhaltenden Depressionen
in Behandlung. Doch die Eltern sind überzeugt, dass es noch mehr
geben muss, was ihren Sohn schlussendlich in den Selbstmord
getrieben hat. Sie zeigen sich überzeugt, dass das jahrelange Bullying dafür verantwortlich ist, dass er seinem Leben ein Ende
setzte.
Seit seinem dritten Schuljahr sei er zum Ziel von Mobbing und
Hänseleien geworden, erklärte die Familie in einem Interview. Er
hatte nicht viele Freunde und fühlte sich eigentlich nur zu
Hause oder in den Ferien so richtig wohl, wenn er von Menschen
umgeben war, denen er vertrauen konnte. Jeffreys älterer Bruder,
der 21-jährige Tyler, fügte hinzu, dass Jeff oft von der Schule nach
Hause kam und nur noch weinte. Er habe gesagt, dass er sich so
alleine fühle, und dass er nicht für die Sachen akzeptiert
werde, welche er liebe. Ab der sechsten Klasse sei er dann nur
noch als „Schwuchtel“ betitelt worden. Sie selber hätten ihm
immer gesagt, dass es okay sei, und dass sie ihn immer noch
bedingungslos lieben, sagten die Eltern weiter. Sie seien sehr stolz auf ihn, dass er zu
dem stehe was er sei, fügten sie noch hinzu.
Sie hätten kurz vor dem Selbstmord noch mit Jeffrey telefoniert
um ihm A Happy New Year zu wünschen, denn sie seien über
Silvester nicht zu Hause gewesen. Sie hätten dann auch über die
in die Brüche gegangene Beziehung gesprochen, ergänzten die
Eltern im Interview. Nach dem Gespräch, kurz nach Mitternacht,
habe Jeffrey im Facebook noch den Comment „New Year is stupid“
gepostet und sich darauf erhängt. Da er sich auf Anrufe und SMS
von den Eltern nicht mehr meldete, haben die Eltern die Nachbarn
informiert, damit sie mal vorbei gehen um nach Jeffrey zu
schauen. Sie waren es denn auch, welche ihn Tod aufgefunden
haben. Der Suizid von Jeffrey Fehr ist bereits der Zweite in
diesem noch sehr jungen Jahr, welcher öffentlich bekannt wurde:
Am 11. Januar setzte auch Eric James Borges seinem Leben wegen
ständigem Bullying ein Ende (gay.ch
berichtete).
An der Beerdigung sagte Jeffrey’s Vater Steven den wohl
wichtigsten Satz: Ein Bully sagt etwas und vergisst es in zehn
Sekunden wieder, aber jemand wie Jeff vergisst diese Worte nie…
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