(23.11.11/dom)
Jene Mitschüler, welche den schwulen Jamey Rodemeyer während
Jahren gemobbt und gehänselt haben, damit Jamey nur noch im
Selbstmord einen Ausweg sah, werden strafrechtlich nicht
belangt. Dies teilte die Polizei am Dienstag an einer
Pressekonferenz mit.
Der Fall sorgte international für Schlagzeilen, und sogar
Barack Obama, wie auch Lady Gaga meldeten sich zu Wort, als
bekannt wurde, dass sich Jamey Rodemeyer aus Buffalo im
US-Bundesstaat New York das Leben genommen hat. Während Jahren
wurde der 14-Jährige von seinen Mitschülern gemobbt und
gehänselt. Darüber berichtete Jamey auch in seinem Blog, via
Facebook und via Youtube. Er sprach in seinen Videos davon, dass
wie seine Mitschüler ihn hänseln, und er sprach auch immer
wieder über sein grosses Idol Lady Gaga. Um anderen jungen
Schwulen und Lesben Mut zu machen, stellte er einen „It Gets
Better“-Clip auf Youtube online - doch selber schien er den Mut
leider verloren zu haben. Auch in seinem letzten Post auf
Facebook zitterte er nochmals Songzeilen von seinem Idol-Lady
Gaga und in seinem Blog äusserte er seine Sehnsucht, seine
kürzlich verstorbene Ur-Grossmutter wieder zu sehen, und er sei
dankbar gegenüber Lady Gaga. Wenigen Stunden später nahm er sich
schliesslich das Leben (gay.ch
berichtete). Der Fall löste grosse Betroffenheit aus - nicht
zuletzt auch bei Lady Gaga (gay.ch
berichtete).
Obwohl die Täter dieser Mobbing/Bullying-Attacken bekannt sind,
hat die Polizei am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz
mitgeteilt, dass es für die Täter keine strafrechtlichen
Konsequenzen haben werde und zu keinen Anklagen komme. Er sei
mit dem Ergebnis der Untersuchungen ebenfalls nicht zufrieden,
erklärte der Polizeichef von Amherst, John Askey, doch keine der
hervorgebrachten Anschuldigungen könnten strafrechtlich verfolgt
werden. Jamey sei nicht mehr unter uns, fügte Askey hinzu, und
er könne nicht mehr aussagen. Sie hätten kein Statement von
Jamey, und er sei nicht Teil der Anklage. Es würden die Beweise
fehlen in diesem Fall, erklärte er weiter. Keine der
Bullying-Anschuldigungen würden Drohungen enthalten. Die
Polizeibehörde habe sich speziell viel Zeit genommen um den Fall
zu untersuchen, und den Fall sehr ernst genommen und alles
gemacht, was man habe machen können. Der Fall werde nun
abgeschlossen.
Die mutmasslichen Täter sind alle zwischen 14 und 15 Jahre alt -
wie Jamey es war - und können deshalb nicht zur Rechenschaft
gezogen werden., obwohl die Taten, wenn sie Erwachsene begehen,
eigentlich strafbar wären. Die Eltern von Jamey Rodemeyer wurden
bereits im Vorfeld der Pressekonferenz über das Ergebnis
informiert, ebenso die Schulbehörden. Die Eltern hätten es
erwartet, und sie seien sich bewusst gewesen, dass es schwierig
werde mit der Beweisführung, erklärte John Askey. Von den
Schulbehörden wurde zudem bekannt gegeben, dass die eigenen,
schulinternen Untersuchungen noch am Laufen und noch nicht
abgeschlossen seien.