(10.11.12/dom)
Im US-Bundesstaat Iowa stehen Wahlen um einen offenen Sitz im
Senat an und der Wahlkampf
wird in letzter Minute noch extrem schmutzig: Den Kopf hinhalten
müssen... einmal mehr die Gays!
In den USA werden bei Wahlen noch oft Telefonautomaten
eingesetzt, welche die potentiellen Wähler anrufen und ihnen ab
Tonband erzählen, weshalb man gerade jene Partei oder jenen
Kandidaten wählen soll. Ein ebensolcher Anruf "terrorisiert"
derzeit die Einwohner im US-Bundesstaat Iowa und sorgt für
mächtig Empörung, und zwar quer durch alle Parteien.
Wenn man den Hörer abnimmt erklärt eine Stimme: "Homo-Ehe
beinhaltet logischerweise auch schwulen Sex. Bevor Sie also Liz
Mathis unterstützen, rufen Sie sie doch unter der Nummer
319-899-9628 an und fragen Sie sie, welchen schwulen Sexualakt
sie den bevorzuge." Mit Liz Mathis ist die demokratische
Politikerin gemeint, welche öffentlich bekannt gegeben hat, dass
sie die Einführung der Homo-Ehe unterstütze.
Wer sich für die Anrufe und die darin verbreitete Mitteilung
verantwortlich zeichnet, ist noch nicht bekannt: Die Anrufe
kommen mit privat und können weder zurückverfolgt noch
zurückgerufen werden. In der Nachricht heisst es lediglich, dass
die Kampagne von Bürgern für Ehre und für stabile Ehen
gesponsert werde und sich gegen Liz Mathis richte. Die
republikanische Kandidatin Cindy Golding hat bereits kurz
nachdem die ersten Anrufe getätigt wurden in einem Statement
bekannt gegeben, dass sie nichts mit dieser Kampagne zutun habe.
Mit einer ebensolchen Erklärung wandte sich auch ihre Partei,
die Republikaner, an die Öffentlichkeit.
Ein weiterer, möglicher Urheber, die schwulenfeindliche
Organisation "The Family Leader", welche sich für die Familie
und die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau stark macht,
winkte bereits ab. Sie seien in dieser Kampagne nicht involviert
und sie behaupten gar, dass diese Kampagne nur dazu da sei, sie
schlecht zu machen. Diese Anrufe würden nur gemacht um die
Wähler von Cindy Golding wegzutreiben. Der Sprecher von "The
Family Leader" fügte hinzu, dass sie nie eine solche Nachricht
via Telefone verbreiten lassen würden, welche widerwärtig und
abscheulich sei, und welche zudem auch eine Gegenreaktion zur
Folge haben könnte.
Bei den Wähler stiess die Telefonaktion auf breite Ablehnung:
Sie sei zu schockiert und sehr erschrocken über diesen Anruf,
erklärte eine. Es sei der schlimmste Anruf, welchen sie je
erhalten habe, fügte sie noch hinzu. |