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USA: Schwullesbische Geschichte wird Pflichtstoff in den Schulen Kaliforniens
family image(14.07.11/dom) Der neue Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien hat das Gesetz, der sogenannte "FAIR Education Act", mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Damit müssen Lehrer neu die LGBT Bewegung und deren Geschichte in der Schule behandeln.

Die Amerikaner lieben es, ihren neuen Gesetzen jeweils einfach zu merkende Namen zu geben, und das ist auch diesmal wieder der Fall. Der demokratische Senator von Kalifornien, Mark Leno, war es, der den so genannten "FAIR Education Act" ins Spiel brachte - FAIR steht dabei für "Fair, Accurate, Inclusive and Respectful", was soviel bedeutet wie "fair, akkurat, umfassend und respektvoll". Dabei ist gemeint, dass im Stoffplan der Schulen neu auch Themen der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBT) aufgenommen werden. Dazu sollen Lehrmittel und Bücher zur Verfügung gestellt werden. Dabei werden jedoch nicht nur die biologischen Standpunkte im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die gesellschaftlichen Aspekte, wie etwa die Geschichte der Schwulenbewegung oder die Leistungen der LGBT Community für die gesamte Bevölkerung. Damit sollen auch bei den Schülern und Studenten Vorurteile abgebaut werden um damit einen wichtigen Beitrag gegen Diskriminierung zu leisten.

Das neue Gesetz wurde - für politische Prozesse - quasi in Windeseile durch die Instanzen gepeitscht: Es war am 13. Dezember im vergangenen Jahr, als Senator Mark Leno den Gesetzesentwurf erstmals öffentlich präsentierte und im Senat vortrug. Mit 6 zu 3 Stimmen wurde der Antrag am 23. März 2011 vom Bildungsausschuss des Senats gutgeheissen und an den Justizausschuss weitergereicht. Auch diese stimmten mit 3 zu 2 Stimmen zu. Am 14. April schliesslich kam der "FAIR Education Act", wie er nun hiess, als SB 48 vor den Senat, wo das Gesetz am 14. April 2011 mit 23 zu 14 Stimmen ebenfalls durchgewunken wurde. Am 28. Juni war dann der Bildungsausschuss im Repräsentantenhaus an der Reihe, und am 6. Juli stimmten die Abgeordneten des Repräsentantenhaus mit 49 zu 25 Stimmen für das neue Gesetz. Nur acht Tage später, am 14. Juli, unterschrieb schliesslich der kalifornische Gouverneur Jerry Brown den "FAIR Education Act" um es damit offiziell gutzuheissen und einzuführen.

Entsprechend erfreut ob der Unterschrift zeigte sich auch der "Gesetzesvater" Mark Leno. In einem ersten Statement erklärte er, dass Kalifornien Geschichte geschrieben habe, indem man die LGBT Amerikaner nicht länger aus den Büchern und Lehrmitteln ausschliesst. Den gerechtfertigen Anspruch der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender an der Geschichte zu leugnen, vermittle den Jugendlichen eine unausgewogene und unvollständige Sicht auf die Welt um sie herum. Er sei sehr glücklich, dass Gouverneur Brown den "FAIR Education Act" unterschrieben habe, und er danke ihm, dass er damit die LGBT Community als wichtiger Bestandteil der Geschichte Kaliforniens anerkenne.