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USA: Soldaten sollen sich (noch) nicht outen
family image(18.10.10/dom) Nun meldet sich auch das Pentagon zu Wort, und fordert seine schwullesbischen Soldaten auf, sich weiterhin nicht zu outen, da sie deswegen nach wie vor Probleme halten werden.

Obwohl in jüngster Zeit einige Gerichtsurteile vorliegen, welche die so genannte "Don't Ask, Don't Tell"-Regel (DADT) als verfassungswidrig abstempeln (gay.ch berichtete), warnt das US-Verteidigungsministerium seine schwullesbischen Soldaten eindringlich, dass sie sich noch nicht outen sollen. Sie würden nach wie vor Probleme bekommen deswegen. Der Leiter des Personalwesens bei den US-Streitkräften, Clifford Stanley, beschrieb daher die derzeitige Situation damit, dass es eine gesetzlich unsichere Zeit sei. Man werde sich aber auf das Gerichtsurteile stützen. Aber trotzdem: Wenn sich nun jemand oute, und ein Gericht die vorherigen Urteile wieder aufheben würde, dann würde es rückwirkend wieder Konsequenzen für sie haben. Die Armee werde aus diesem Grund wie gehabt weiter verfahren und ihre Soldaten nicht nach ihrer sexuellen Orientierung befragen, sondern sie wie bis anhin mit Würde und Respekt wie alle anderen Armeeangehörigen behandeln.

Damit stiftete Stanley auch Verwirrung innerhalb der Truppen: Weil man sich einerseits auf das Urteil stützen wolle, also darauf, dass DADT verfassungswidrig sei, aber, dass schwullesbischen Soldaten trotzdem Konsequenzen drohen, falls das Urteil nochmals aufgehoben werden. Ebenfalls nicht gerade klar sind die Signale aus der Politik: Während US-Präsident Barack Obama erklärt, dass er die Aufhebung unterstütze, so erklärte der Verteidigungsminister Robert Gates, dass er noch bis zum 1. Dezember Zeit brauche, um seine in Auftrag gegebene Studie über die Auswirkungen der Aufhebung von DADT zu klären (gay.ch berichete). So müsse unter anderem noch geklärt werden, ob man schwullesbischen Soldaten separate Häuser zur Verfügung stellen soll, und ob man den jeweiligen Partnern die gleichen Rechte zusprechen will wie Eheleuten.

Auch Anwälte, welche Schwule und Lesben vor Gericht für die Aufhebung von DADT unterstützen, warnen die schwullesbischen Soldaten davor, sich bereits jetzt zu outen, da der Prozess zur vollständigen Aufhebung der aus dem 1993 stammenden Praxis noch nicht abgeschlossen ist. Sie fordern, dass der Kongress vorwärts machen und eine Entscheidung zur "Don't Ask, Don't Tell"-Regel finden solle um diese rechtliche Unsicherheit aus der Welt zu schaffen. Das US-Repäsentantenhaus hat der Abschaffung bereits zugestimmt (gay.ch berichtete), der Senat hat die Abstimmung aber unter Druck der Republikaner verschoben (gay.ch berichtete).