templates image

USA: Erfreulicher Richtungswechsel in Bezug auf die Homo-Ehe
family image(24.02.11/dom) Auf DADT - also: "Don't Ask, Don't Tell" - folgt nun eine weitere Abkürzung, welche wir uns merken sollten, nämlich DOMA - der "Defense Of Marriage Act". Dieses Bundesgesetz besagt unter anderem, dass die Ehe zwingend eine Verbindung zwischen Mann und Frau sein muss. US-Präsident Barack Obama hat nun am Mittwoch diesbezüglich - und zur grossen Überraschung aller - eine politische Kehrtwende vollzogen: Er forderte das Justizministerium auf, DOMA nicht mehr zu verteidigen.

Es war so was wie ein Paukenschlag, der sich innert Minuten via den Medien im ganzen Land verbreitete. US-Präsident Barack Obama erklärte nämlich, dass die Regierung den "Defense Of Marriage Act" nicht mehr verteidigen wolle. Dieses Bundesgesetz halte er für verfassungswidrig und mit diesem Votum spricht sich Obama gleichzeitig indirekt auch für die Einführung der so genannten Homo-Ehe aus. Konkret geht es derzeit um zwei Prozesse vor Bundesgericht, bei welchen das Justizministerium, und damit die Regierung, bislang die Haltung vertrat, dass DOMA durchgesetzt werden müsse, sprich, dass die Ehe konsequent nur als eine Verbindung zwischen Mann und Frau gilt. Im Weiteren steht in diesem Gesetz auch geschrieben, dass US-Bundesstaaten eine in einem anderen Bundesstaat geschlossene Homo-Ehe nicht anerkennen müssen. Mit dieser Anweisung von Obama ändert sich nun die Praxis, wie sich das Justizministerium vor Gericht verhält. Dabei wird allerdings DOMA nicht abgeschafft, denn dies könnte nur ein Gerichtsurteil oder der amerikanische Kongress, doch, der Präsident erklärte damit quasi, dass sich das Justizministerium diesbezüglich künftig passiv verhalten und DOMA nicht mehr aktiv verteidigen solle.

Mit diesem Schritt möchte Barack Obama nicht zuletzt auch erreichen, dass das Oberste Gericht der USA, das Supreme Court, sich der Sache annehmen muss, und zu entscheiden hat, ob DOMA überhaupt mit der amerikanischen Verfassung zu vereinbaren ist. Wie es in der Mitteilung aus dem Weissen Haus heisst, sei dieses Gesetz diskriminierend gegen gleichgeschlechtliche Paare. Das Supreme Court habe in den vergangenen Jahren mehrfach bestätigt, dass Gesetze, welche Homosexuelle benachteilige, von den Richtern als verfassungswidrig beurteilt wurden. Der Kongress habe diesbezüglich ähnlich reagiert, und unter anderem "Don't Ask - Don't Tell" abgeschafft, weil es diskriminierend sei. Zahlreiche andere Gerichte hätten zudem in ihren Urteilen selbst DOMA bereits als nicht verfassungskonform bestimmt.

Der "Defense Of Marriage Act" wurde 1996 unter US-Präsident Bill Clinton eingeführt. Es kam zustande, weil der Kongress damals von den Republikanern dominiert wurde.