(13.09.10/dom)
Er fürchte um sein Leben, wenn er zurück in seine Heimat
Saudi Arabien gehen müsse, erklärte der Diplomat, und daher hat
er in den USA offenbar einen Asylantrag gestellt.
Er meldete sich per eMail beim US-Fernsehsender NBC um auf
seine Situation aufmerksam zumachen. Als Konsulatsbeamter hatte
Ali Ahmad Asseri im saudischen Konsulat in Los Angeles
gearbeitet, und, er hatte einen Diplomatenpass. Da nun aber
seine sexuelle Orientierung bekannt wurde, ist ihm die
Erneuerung dieses Pass von den Behörden in Saudi Arabien
verweigert, und er ist in seine Heimat zurück beordert worden.
Zudem wurde ihm auch vorgehalten, dass er mit einer Jüdin
befreundet sei.
In seinem eMail schreibt Asseri nun, dass sein Leben in den USA
in grosser Gefahr sei, und dass er, sobald er nach Saudi Arabien
zurückreise, noch am gleichen Tag und in aller Öffentlichkeit
hingerichtet werde. Er habe aus diesem Grund einen offiziellen
Antrag für Asyl in den USA beantragt. Das Ministerium wollte
diesbezüglich aber keine Stellung nehmen, bekannt ist einzig,
dass Ali Ahmad Asseri bereits von Mitarbeitern von "Homeland
Security" dazu befragt wurde.
Wie "NBC News" weiter berichtet, wurde auch ein Brief des
Diplomaten auf einer saudischen Internetseite veröffentlicht
indem er das Land massiv anprangert. Saudi Arabien sei
rückständig, und militante Imane würden die Toleranz des Islam
entstellen, schreibt er darin. Weiter drohte er in diesem Brief
auch, dass er von den in den USA lebenden Angehörigen des
saudischen Königshauses peinliche Details der Öffentlichkeit
preisgeben werde.
Ob die USA Ali Ahmad Asseri Asyl gewähren werden, ist noch nicht
bekannt. Solch ein Fall, dass ein Diplomat aus Saudi-Arabien
Asyl beantragt, kommt selten vor. Das letzte Mal geschah es vor
sechszehn Jahren. Als Grund gab der Diplomat damals die
Menschenrechtslage in seiner Heimat an. |