(22.02.11/dom)
Es war ein langes Hickhack rund um die Aufhebung von "Don't
Ask - Don't Tell" - doch nun ist gesetzlich alles geregelt, und
es geht an die Umsetzung. Ende letzter Woche haben die Generäle
der Streitkräfte nun ein Ausbildungsprogramm vorgestellt,
welches sämtliche Armeeangehörigen durchlaufen müssen.
Man merkt es, die amerikanischen Streifkräfte nehmen die
Thematik rund um die Aufhebung von "Don't Ask - Don't Tell" (DADT)
sehr Ernst und sie wollen nichts falsch machen. Im vergangenen
Dezember hat US-Präsident Barack Obama seine Unterschrift unter
die neuen Richtlinien gesetzt (gay.ch berichtete), mit welcher
die seit 17 Jahren geltende DADT-Regel formal abgeschafft wurde.
Nun sind die Streitkräfte daran, die entsprechenden Schritte
einzuleiten, um dann die neu geltende Regelung auch offiziell
einzuführen. Erst ab dann dürfen sich schwullesbische Soldaten
offiziell outen und sich auch offiziell als Soldaten bei der
Armee melden.
Für die Einführung sollen sämtliche Armeeangehörige ein
Ausbildungsprogramm durchlaufen. Der Startschuss dafür fiel am
vergangenen Freitag im Verteidigungsministerium. In Form einer
Präsentation stellt General George Casey vor rund einem Duzend
Vier-Sterne-Generälen die Eckpfeiler des Programms vor. Man
wolle einerseits Frontaluntericht durchführen, aber auch in Form
von Diskussionsgruppen und Trainings sicher stellen, dass
sämtliche Angehörige der US-Streitkräfte wissen, worum es bei
den neuen Regelungen in Bezug auf Schwule und Lesben in der
Armee geht.
Bei den Marines hat das Programm als erstes, und zwar bereits am
7. Februar begonnen - quasi zu Testzwecken. Es wird erwartet,
dass bis Ende Mai alle Marines diesbezüglich ausgebildet sein
werden. Noch in dieser Woche beginnt die Air Force mit den
Schulungen, welche dann Ende Juni abgeschlossen sein sollen. Die
US-Army mit ihren rund 565'000 Angehörigen wird wohl am längsten
für die Umsetzung brauchen - und zwar bis Mitte Juli. Daneben
sollen auch die 567'000 Reservisten entsprechend ausgebildet
werden, und dies soll bis Mitte August geschehen. Damit wäre das
Ausbildungsprogramm dann auch abgeschlossen. Jene Soldaten,
welche derzeit in Übersee, also etwa in Afghanistan oder im Irak
stationiert sind, sollen ihre Ausbildung noch während ihrem
Einsatz beginnen. Falls einige verhindert sein sollten, werden
sie auch die Möglichkeit haben das Programm auf einer US-Basis
zu besuchen.
Sobald der Verteidigungsminister und der Vorsitzende der
Streitkräfte danach der Auffassung sind, dass die Aufhebung von
DADT keinen Einfluss auf die Schlagfertigkeit der Streitkräfte
hat, können sie grünes Licht geben. Als Entscheidungskriterium
gilt nicht zuletzt auch das nun begonnene Ausbildungsprogramm.
Dann wird es nochmals sechzig Tage dauern, bis DADT als
offiziell aufgehoben gilt und damit endgültig der Geschichte
angehört. |