(26.06.11/dom)
Die Reifen von 30 Wagen, welche an der Chicago Pride Parade
von heute Sonntag durch die Stadt fahren sollten, wurden über
Nacht aufgeschlitzt. Die Polizei ermittelt.
Als der Besitzer der Wagen, Chuck Huser, um 20 Uhr am
Samstagabend das Gelände mit den Wagen verliess, war noch alles
in Ordnung, erklärte er gegenüber der Polizei. Doch als er am
frühen Sonntagmorgen, um 5 Uhr, zurückkam, da waren die Reifen
von 30 Wagen aufgestochen worden. Der Besitzer zeigte sich
schockiert. So etwas sei noch nie passiert, und er sei mit den
Wagen immerhin schon seit 1989 mit dabei.
Wie Huser weiter erklärte, seien die Täter über Nacht auf das
Gelände eingebrochen und sie hätten nur die Reifen
aufgeschlitzt. Die Wagen an sich haben sie offenbar in Ruhe
gelassen, und sie hätten auch sonst nichts mitgenommen. Dies
lässt den Schluss zu, dass es sich dabei um ein Hassverbrechen
handelt, erklärte der Besitzer. Es seien aber auch keine
Bekennerschreiben oder so hinterlassen worden.
Huser hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt eingereicht,
doch sein Ziel an diesem Morgen war vielmehr, den Tätern keinen
Sieg zu ermöglichen, sprich, er suchte den ganzen Morgen nach
einen offenen Autowerkstatt, welche ihm half die Reifen zu
reparieren oder sie auszuwechseln. Die Täter wollten erreichen,
dass die Wagen nicht an der Pride Parade mitfahren können, ist
sich Huser sicher, doch es gelang ihm, dies zu verhindern. Jene
20 Wagen, welche ebenfalls auf diesem Gelände, aber in einer
Halle eingeschlossen waren, waren nicht vom Verbrechen
betroffen.
Möglicherweise steht dieses Verbrechen auch im Zusammenhang mit
den Entwicklungen in New York. Dort hat nach der Ersten Kammer (gay.ch
berichtete), auch der Senat (gay.ch berichtete) der Homo-Ehe
zugestimmt. Zudem hat am gleichen Abend noch der Gouverneur das
Gesetz unterschrieben. Auch in New York fand an diesem
Wochenende die Pride statt, und mit der Einführung der
gleichgestellten Homo-Ehe war die Freude auf den Strassen des
Big Apples umso grösser... |