(22.09.11/dom)
Während Jahren wurde er von seinen Mitschülern gemobbt und
gehänselt: Er sei ein Mädchen, er sei schwul usw. Am vergangenen
Wochenende beging der 14-jährige Jamey Rodemeyer Selbstmord…
Er kam gerade von einem Campingtrip nach Hause, und kurz
darauf wurde er zuhause tot aufgefunden: Jamey Rodemeyer aus
Buffalo im US-Bundesstaat New York, beging
Selbstmord, nachdem er jahrelang von seinen Mitschülern gemobbt
wurde. Seine Eltern erklärten nun, dass er immer gehänselt wurde
aufgrund seiner Sexualität. Er sei oft mit Mädchen
zusammen gewesen, und damit habe es begonnen, dass die Jungs ihn
immer als Mädchen und als schwul bezeichnet haben - und das über
Jahre.
Noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag postete Jamey auf
seinem Facebook-Profil eine Textzeile von Lady Gaga's Song "The
Queen": "Don't forget me when I come crying to heaven's door."
Um 1:30h in der Nacht schrieb er dann noch zwei Posts auf seinem
Tumblr-Blog: In einem äussert er die Sehnsucht, seine kürzlich
verstorbene Ur-Grossmutter wieder zu sehen, in einem weiteren
zeigte er sich dankbar gegenüber Lady Gaga - dies war zugleich
seine letzte Online-Aktivität.
Gegenüber CBS erklärte die Mutter, dass die Mädchen Jamey geliebt
haben und sie hätten ihn auch immer verteidigt, aber die Jungs haben nicht aufgehört
ihn zu hänseln und zu mobben. Die Jungs, die dies zu verantworten
haben, laufen immer noch draussen rum und werden am Morgen
aufstehen und zur Schule gehen und all ihre Freunde wieder
sehen… doch Jamey wird nicht mehr dort sein. Sie würde ihr
eigenes Leben dafür geben, um nochmals die Minuten zu erleben,
welche sie mit Jamey verbrachte, erklärte die Mutter weiter in
ihrem bewegenden Statement. Sie wolle ihren Sohn in einem
T-Shirt mit der Aufschrift "Born this way" beerdigen, heisst es
laut CBS News weiter, dies würde sicher dem Willen von Jamey
entsprechen…
Jamey Rodemeyer war neben Facebook, Tumblr auch auf YouTube:
Über diese Plattformen äusserte er sich sehr oft öffentlich, so
auch über das so genannten Bullying an der Schule, sprich Mobbing unter Schülern, aber auch mit Posts über sein ganz
grosses Idol Lady Gaga und über die "National Suicide Prevention
Week". Auch für die "It Gets Better"-Kampagne (gay.ch
berichtete) nahm er ein Video
auf und veröffentlichte es über diese Plattformen. Mit diesen
Videos haben sich grosse Stars wie Madonna, Daniel Radcliffe,
Lady Gaga und viele andere mehr an die Öffentlichkeit gewandt (gay.ch
berichtete),
um Jugendlichen, welche aufgrund ihrer Sexualität gemobbt
werden, ihre Unterstützung zu zusagen. Jamey erklärte in seiner
Botschaft: "Lady Gaga, she makes me so happy. She lets me know
that I was born this way, and that's my advice to you, from her,
and all you have to do is hold your head up, and you'll go far."
Lady Gaga zeigte sich via Twitter schockiert über den Selbstmord
des 14-Jährigen und kündigte an, dass sie US-Präsident Barack
Obama deswegen treffen werde, um mit ihm über Massnahmen zu
sprechen. Sie fordere, dass Bullying illegal werde, fügte sie
hinzu, und sie habe die letzten Tage sehr viel über den
Selbstmord von Jamey Rodemeyer geweint. Bereits in der
Vergangenheit hat Präsident Obama mehrfach bewiesen, dass ihm dieses
Thema wichtig ist, so hat er, und auch Hilary Clinton, je ein
Video für die "It Gets Better"-Kampagne online gestellt. Am 1.
Oktober wird sich Obama zudem einmal mehr an die Mitglieder der
"Human Rights Campaign" wenden. Er wird, wie schon 2009, wieder
am "National Dinner" der LGBT-Organisation teilnehmen, erklärten
die Veranstalter. Gut möglich, dass er dann auch auf den Fall
Jamey Rodemeyer eingehen wird, und dass er dort, wie beim
letzten Mal, wieder auf Lady Gaga trifft…
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