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UNGARN: Neue Verfassung verunmöglicht die Homo-Ehe
family image(19.04.11/dom) Am Montag hat das ungarische Parlament die neue Verfassung genehmigt - eine Verfassung, welche in zahlreichen Gesichtspunkten überaus konservativ ausgefallen ist.

Während gleichgeschlechtlichen Paaren in der neuen Verfassung die Option auf ein Partnerschaftsgesetz offen gelassen wird, so wird die Öffnung der Ehe auch für schwullesbische Paare aber gänzlich verunmöglicht. Im Weiteren haben es die Gesetzgeber auch unterlassen in Bezug auf den Diskriminierungsschutz die sexuelle Orientierung oder das Alter aufzuführen. Auch ist es neu möglich, dass jemand nach einem schweren Gewaltverbrechen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden kann, ohne das Recht, dass der Fall nach einer gewissen Zeit neu beurteilt wird. Im Weiteren wurden auch Abtreibungen und die Embryonenforschung eingeschränkt.

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen, darunter auch Amnesty International, und zahlreiche Schwulenaktivisten, sowie auch die Oppositionsparteien haben sich gegen die Einführung der neuen Verfassung gewehrt und noch während der Abstimmung eine Demonstration mit rund 3000 Teilnehmern vor dem Parlamentsgebäude abgehalten. Sie finden, dass die Verfassung sie zu stark in ihrer Freiheit und in ihren Menschenrechten einschränke. Doch trotz dieser Proteste: Die neue Verfassung wurde in der Abstimmung mit 262 zu 44 Stimmen deutlich angenommen.

Der konservative Premierminister Viktor Orban lobte die Verfassung: Sie erlaube dem ehemals kommunistischen Land nun den kompletten Übergang zu einer Demokratiemit guten Finanzen und einer sauberen Regierung, dies nach Jahren der Skandale und der Misswirtschaft. Die bis anhin geltende Verfassung des Landes stammte noch aus dem Jahr 1949.