(04.04.11/dom)
Wie erst jetzt bekannt wurde, ist ein britischer
Krankenpfleger in Saudi Arabien verhaftet worden. Grund: Er soll
schwul sein und deshalb drohte ihm die Todesstrafe. Diese Woche
wurde er nun nach Interventionen von Grossbritannien
freigelassen und in seine Heimat zurückgeflogen.
Die Sittenwächter von Saudi Arabien lockten den 36-jährigen,
britischen Krankenpfleger Stephen Comiskey in einen Hinterhalt.
Sie gaben sich als einen Freund von ihm aus und schickten im
SMS. Darauf verprügelten ihn die Beamten, warfen ihn in eine
Zelle und erklärten ihm immer wieder, dass er nun aufgrund
seiner Homosexualität mit dem Tode durch Enthauptung verurteilt
werde. Darauf wurde er gezwungen, ein Geständnis zu
unterschreiben, welches in arabisch geschrieben war und er nicht
einmal verstehen konnte. Im Weiteren wurde auch sein Pass
konfiziert. Dieser Vorfall passierte bereits im vergangenen
Oktober, und seither lebte er in einer Zelle unter der ständigen
Angst, abgeholt und zur Vollstreckung der Todesstrafe abgeführt
zu werden. Bis jetzt: Grossbritannien setzte Diplomaten in Saudi
Arabien ein, welche sich um die Freilassung von Comiskey
kümmerten, was ihnen nun auch gelang. Vor wenigen Tagen konnte
der Krankenpfleger endlich das Gefängnis verlassen und das Land
in Richtung Grossbritannien verlassen.
Wie die britische "Sun" weiter berichtet, habe man von diesem
Vorfall bereits seit langem gewusst, man habe sich jedoch damit
einverstanden geklärt, keinen Berichte darüber zu
veröffentlichen, um Stephen Comiskey nicht zu gefährden. Nach
seiner Heimkehr erklärte der Krankenpfleger, er habe seine
Sexualität immer versteckt und nicht ausgelebt. Man müsse die
Sharia kennen, um das Handeln der Behörden dort zu verstehen.
Dieser Vorfall haben ihm einmal mehr gezeigt, dass man sich
nicht mit den Sittenwächtern anlagen kann - man dürfe ihre
Kultur oder ihr Gesetz nicht beleidigen.
Doch bei der ganzen Aktion bleibt ein fader Nachgeschmack: Die
britischen Diplomaten vermuten nämlich, dass die gezielte
Festnahme von Stephen Comiskey eine Abrechnung mit dem
britischen Justizsystem sei. Der saudische Prinz Saud Abdulaziz
bin Nasser al Saud wurde nämlich in London zu einer
lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt, weil er seinen
Angestellten in einem Londoner Hotel umgebracht hat. Während dem
gesamten Prozess hat die saudische Regierung stets dafür
lobbiert, dass die Homosexualität des Prinzen nicht öffentlich
bekannt gegeben wird, da man Unruhen in Saudi Arabien befürchtet
hat. Die britischen Behörden verweigerten dies jedoch in dem sie
erklärten, dass die Sexualität des Prinzen essentiell für das
Verständnis des Prozesses sei. Aus diesem Grund vermuten nun die
britischen Behörden des Aussenministeriums, dass der Fall von
Stephen Comiskey quasi die Retourkutsche dafür war. |