(12.11.10/dom)
Verkehrte Welt… In Grossbritannien wünscht sich ein
Hetero-Pärchen nichts sehnlicher als dass sie eine Eingetragene
Partnerschaft eingehen können. Der Antrag wurde allerdings
abgelehnt, nun wollen sie vor Gericht ziehen - mit Unterstützung
der Gay Community.
Mit der Begründung, dass die Eingetragene Partnerschaft nur
für gleichgeschlechtliche Paare möglich ist, wurde der Antrag
eines britischen Hetero-Paares vom für sie zuständigen Ratshaus
im Londoner Stadtteil Islington abgelehnt. Die beiden
26-Jährigen wollen dies jedoch nicht akzeptieren und haben nun
angekündigt, dass sie vor Gericht ziehen werden um die
Gleichstellung der Heteros mit den Schwulen und Lesben zu
fordern. Schützenhilfe bekommen sie dabei auch von Schwulen und
Lesben aus der Community, welche sich nun erhoffen, dass durch
dieses Gerichtsurteil möglicherweise die Ehe auch für
gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden könnte. Doch auch
weitere heterosexuelle Paare haben sich angeschlossen. Unter dem
Titel "Equal Love" werden nun insgesamt acht Paare - nämlich
vier gleichgeschlechtliche und vier Hetero-Paare - gemeinsame
Sache machen und zusammen eine Klage beim zuständigen Gericht
deponieren.
Die Klage könnte gute Aussichten haben, erklärten nun Experten.
Die unterschiedliche Behandlung würde nämlich gegen das
Grundrecht in Grossbritannien verstossen. Während Länder wie die
Niederlande, Belgien, Spanien, Portugal oder auch Kanada die
Homo-Ehe bereits mit der Hetero-Ehe gleichgestellt haben, so ist
das Gesetz etwa in der Schweiz, wie auch in Österreich,
Deutschland und Frankreich mit jenem in Grossbritannien
vergleichbar.
Doch noch zu den Beweggründen des Heteropaares, dessen Antrag
vom Londoner Ratshaus abgelehnt wurde. Sie erklärten schlicht,
dass es für sie nichts Reizvolles habe, wenn sie an Titel wie
Ehemann und Ehefrau und an all das mit der Ehe verbundene
denken. |