(11.08.11/dom)
Er kommt aus Kamerun, er ist schwul und er stellte deshalb in
Grossbritannien Antrag auf Asyl. Sein Begehren wurde jedoch
abgelehnt und er soll nun in seine Heimat abgeschoben werden,
obwohl Homosexualität in Kamerun illegal ist und unter Strafe
steht. Doch nun verweigerte die Air France, dass sie den Mann
nach Kamerun fliegen werde.
Eigentlich hätte Joseph Kaute in seine Heimat ausgeschafft
werden sollen, doch Air France, welche den Flug hätte
durchführen sollen, weigerte sich Joseph Kaute an Bord zu
nehmen. Wie Kaute darauf via Telefon an "UK Gay News"
berichtete, habe sich die Airline geweigert ihn zu
transportieren. Damit scheinen die Proteste gefruchtet zu haben.
Verschiedenste Schwulenaktivisten haben sich nämlich an das Air
France-Büro in London, und auch an den Hauptsitz in Paris
gewandt, um gegen die Ausschaffung zu protestieren. Der
43-jährige Joseph Kaute zeigte sich sichtlich erleichtert, und
er möchte sich bei allen bedanken, welche ihm geholfen haben.
Es war im November des vergangenen Jahres, als Joseph Kaute in
Grossbritannien ankam und Asyl beantragte. Als Grund gab er an,
dass er schwul sei und ihm in seiner Heimat dadurch bis zu fünf
Jahre Gefängnis drohen. Die Asylbehören von Newport, Wales,
schenkten ihm aber keinen Glauben und sie lehnten seinen Antrag
noch vor Weihnachten ab. Darauf ging Kaute in Berufung und er
konnte am 1. Februar bei der Behörde vorsprechen und seinen Fall
schildern. Doch auch diesmal bekam er eine Woche später
negativen Bescheid, worauf er in Ausschaffungshaft genommen
wurde.
Der erste Termin für seine Abschiebung nach Kamerun war auf Ende
Mai gesetzt worden. Es war aber schlussendlich erst im Juni
soweit. Doch, da der Captain des Fluges mit Problemen rechnete,
verweigerte er damals, Kaute als Passagier zu akzeptieren. Zwei
Wochen später, nahmen die Behörden einen zweiten Anlauf, doch
auch diesmal weigerte sich der Pilot den Passagier
auszuschaffen. Laut internationalem Recht hat ein Pilot das
letztinstanzliche Recht, den Transport eines Passagiers zu
verweigern, wenn er bedenken in Bezug auf die Sicherheit während
dem Flug habe.
Joseph Kaute wurde in der Zwischenzeit gegen Zahlung einer
Kaution auf freien Fuss gesetzt. Ob die Piloten den Transport
von Kaute tatsächlich verweigerten, weil sie ihn nicht nach
Kamerun ausschaffen wollten, um ihm dort die bevorstehende
Bestrafung zu ersparen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht
bekannt. Die Air France liess einzig mitteilen, dass der Pilot
das Recht habe, den Transport eines Passagiers zu verweigern. |