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UGANDA: Religiöse Gruppen fordern Debatte um Anti Gay Gesetz
family image(12.04.11/dom) Es war verdächtig ruhig um das Anti Gay Gesetz in Uganda: Doch seit einigen Wochen ist die Debatte wieder neu aufgeflammt, und nun fordern auch verschiedene religiöse Gruppierungen eine Wiederaufnahme der politischen Gespräche zu diesem umstrittenen Gesetz. Derweil kämpft in Amerika ein schwuler Mann gegen seine Ausschaffung nach Uganda.

Das Anti-Gay-Gesetz sei von enormer Wichtigkeit um die Kinder zu schützen. Diese Meinung äusserten in der vergangenen Woche zahlreiche religiöse Führer in Uganda und um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, versammelten sie sich vor dem Parlament. Sie wollen, dass das Gesetz wieder im Parlament diskutiert, und danach auch über eine Einführung abgestimmt wird. Derzeit befindet sich das Gesetz, welches die Strafen auf Homosexualität massiv bis hin zur Todesstrafe verschärfen würde, vor dem Gesetzesausschuss des Parlaments. Dieser muss nun über die Rechtmässigkeit dieses Gesetzes befinden. Wird es zur Abstimmung zugelassen, geht es weiter an das Parlament, wo die Abgeordneten zuerst darüber debattieren und danach über die definitive Einführung abstimmen. Nach Einschätzungen von SMUG, der schwullesbischen Organisation "Sexual Minorities Uganda", würde das Gesetz bei einer allfälligen Abstimmung angenommen werden, da die Bevölkerung dieses Gesetz wolle und die Politiker daher zustimmen um keine Wählerstimmen zu verlieren. Der internationale Druck hat diesbezüglich offenbar noch nicht seine Wirkung gezeigt.

Die Befürworter des Gesetzes, wie etwa die religiösen Führer, greifen zu immer drastischeren Mitteln: So holen sie Personen vor die Mikrophone, welche angeben, dass sie von Homosexualität geheilt, und nun heterosexuell seien. Andere behaupten, sie seien als Jugendliche, unter anderem durch den ermordeten Schwulenaktivisten David Kato, mit Alkohol gefügig gemacht und danach vergewaltigt worden. Ein Weiterer erklärte, dass er zu den Gründern von "Queer Youth Uganda" gehört habe, und dass seine Aufgabe gewesen sei, Jugendlichen die Organisation schmackhaft zu machen und sie zur Homosexualität zu verführen. Diesen Vorwurf richtet er zudem auch an Menschenrechtsorganisationen wie "Amnesty International", welche sich in Uganda für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender einsetzen. Sie würden durch ihr Handeln den Jugendlichen den schwulen Lifestyle schmackhaft machen. Mit solchen Stimmen schüren die Befürworter der Anti-Gay-Gesetze Ängste in der ugandischen Bevölkerung, und die Geschichten werden ihnen, obwohl sie belegbar erfunden sind, abgekauft, da sie sich schlicht auf die gängigen, fest verankerten Klischees stützen.

Trotz diesen für Homosexuelle widrigen Umstände in Uganda, hat ein schwuler Mann derzeit in den USA gegen seine Ausweisung in seine Heimat zu kämpfen. Joseph Bokombe hat kein Geheimnis aus seiner Homosexualität gemacht, und geniesst es, seine Neigungen in San Diego offen auszuleben. Doch genau dies könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Bokombe droht nämlich die Abschiebung in seine Heimat Uganda. Er wurde durch Beamte der US-Immigrationsbehörde festgenommen, da ihm der Verstoss gegen Visabstimmungen vorgeworfen wird. Joseph Bokombe kam vor rund fünf Jahren als Musiker mit einem zeitlich beschränkten Visum in die USA. Dieses ist seit einigen Jahren bereits abgelaufen, und aus diesem Grund droht ihm nun die Ausschaffung. Wie es von Seiten der Immigrationsbehörde heisst, sei der Fall von Bukombe intensiv und auf verschiedenen Levels überprüft worden. Die Gerichte haben während dieser Prüfung geurteilt, dass eine rechtliche Basis fehle, wonach Joseph Bokombe weiter in den USA bleiben dürfe. Aus diesem Grund habe man nun damit begonnen den Ausschaffungsprozess in Gang zu setzen. Ans Aufgeben denken Joseph Bokombe und seine Freunde allerdings nicht. Sie gingen mit dem Fall nun an die Öffentlichkeit um damit Druck auf die Behörden auszuüben damit sie ihre Haltung noch einmal überdenken. Joseph Bokombe befürchtet nämlich, dass er bereits am Flughafen in Uganda von der Polizei in Empfang genommen, und aufgrund seiner Homosexualität ins Gefängnis gesteckt werde.

Mehr über diese Entwicklungen findest Du in unserer Themenübersicht über Uganda: LINK