templates image

UGANDA: Anti-Gay-Gesetz ist wieder auf dem Tisch
family image(29.07.11/dom) Aller internationalen Proteste zum Trotz: Das Gesetz, welches die Strafen auf Homosexualität massiv verschärft, ist offenbar zurück im Parlament.

Rund um dieses umstrrittene Gesetz war es nun einige Monate ruhig in Uganda: Als die Abstimmung in der vergangenen Legislatur nicht mehr stattgefunden hat (gay.ch berichtete), hat sich mittlerweile die frischgewählten Abgeordneten im Parlament installiert, und daher überrascht es kaum, dass auch das Gesetz zurück aufs Tapet kommt. Wie der Parlamentsabgeordnete Otto Odonga mitteilen liess, soll das Anti-Gay-Gesetz bereits Ende August wieder zur Debatte stehen - und das trotz all den internationalen Proteste. Das neue Parlament werde die Arbeit an diesem Gesetz dort beginnen, wo das Letzte aufgehört hat.

Mit dieser Ankündigung wurden auch die Hoffnungen der Beobachter vor Ort zerstört: Sie hofften, dass das 9. Parlament das Gesetz nicht wieder hervorkramen wird, sondern, dass es fallengelassen wird. Doch dem ist leider nicht so. Bereits vor zwei Wochen gab es erste Anzeichen dafür. Die Parlamentssprecherin Rebecca Kadaga erklärte damals, dass mindestens drei Gesetze vom 8. Parlament ins Neue rüber genommen werden sollen, damit man Zeit und Geld sparen könne, da man mit der Debatte nicht noch einmal von vorne beginnen müsse. Darauf haben die Vorsitzenden der Parteien des Parlaments das neue Versicherungsgesetz, das Ehe- respektive Scheidungsrecht, sowie eben das Anti-Gay-Gesetz vorgeschlagen.

Mit dem Anti-Gay-Gesetz werden die Strafen auf Homosexualität massiv verschärft. Schwulen, welche zudem mit dem HI-Virus infiziert sind, droht gar die Todesstrafe (gay.ch berichtete). Die internationalen Proteste, sogar US-Präsident Barack Obama hat sich persönlich in die Debatte eingeschalten (gay.ch berichtete), hat bisher einzig gebracht, dass die Verfasser des Gesetzes allenfalls von der Todesstrafe absehen (gay.ch berichtete).

Mehr Informationen finden sich zudem im gay.ch-Dossier zu Uganda: LINK