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UGANDA: Kabinett fordert das Anti-Gay-Gesetz fallen zu lassen - wohl vergebens!
family image(23.08.11/dom) Die Minister des Kabinetts in Uganda haben dem Parlament geraten, das so genannte "Kill The Gays"-Gesetz fallen zu lassen - doch offenbar denken die Abgeordneten nicht daran! Sie versuchen nun einzig international etwas weniger Aufmerksamkeit zu erlangen…

Es war der Präsident der Regierungspartei, welcher das Kabinett aufgefordert hat, das Gesetz, welches die Strafen gegen LGBTs massiv verschärfen soll, fallen zu lassen. Entsprechend leitete das Kabinett diese Empfehlung auch an das Parlament weiter, auf dessen Traktandenliste sich das so genannte Anti-Gay-Gesetz derzeit befindet. Die Parlamentarier, vor allem der Verfasser des Gesetzes, der Abgeordete für Ndorwa West, David Bahati, wollten allerdings nichts davon wissen und sie bestehen darauf, das Gesetz zu behandeln. Die Zuständigkeit dafür liege nun beim Parlament und das Kabinett, also die Exekutive, solle aufhören, zulasten dieses Gesetzes ein Versteckspiel zu spielen.

Der Umstand, dass sich das Kabinett nun gegen das Anti-Gay-Gesetz ausspricht, hat aber nichts mit einer plötzlichen Schwulenfreundlichkeit zu tun, sondern, der Schritt wurde damit begründet, dass das Gesetz nicht mehr nötig sei, da man bereits eine ganze Reihe an neuen Gesetzen vorbereitet habe, welche gleichgeschlechtliche Aktivitäten stärker bestrafen. Der Aufruf des Kabinetts wird aber wohl die Abgeordneten wenig beeindrucken. Die Sprecherin des Parlaments, Helen Kawesa, erklärte dass das Gesetz nun im Parlament sei und demnach auch eine Angelegenheit des Parlaments sei.

Derzeit debattiert das neunte Parlament Ugandas über das Budget, danach könnte es laut Beobachtern soweit sein, dass das Gesetz behandelt würde. Das wäre in den kommenden Tagen, als weiterer Termin wird auch der November genannt. Wie Kawesa weiter erklärte, sei bis jetzt aber offiziell noch nichts geplant in Bezug auf dieses Gesetz. Beobachter erwarten aber, dass die Abgeordneten versuchen werden, dass Gesetz in aller Stille durchzuboxen, um international weniger Aufmerksamkeit zu erhalten. Als das Gesetz nämlich vorgestellt wurde, hat sich sogar US-Präsident Barack Obama (gay.ch berichtete) persönlich eingeschalten, und auch die EU hat mit Sanktionen gedroht (gay.ch berichtete), sofern das Gesetz eingeführt werde. Diesmal soll es anders laufen: Einige Minister sollen die Parlamentsabgeordneten sogar aufgefordert haben, dass das Gesetz nur per Brief und eMails genehmigt werden soll, damit alles fern der Öffentlichkeit ablaufe und um kein Aufsehen zu erregen.

Dossier mit Hintergrund-Informationen zu Uganda: LINK