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UGANDA: Überraschendes Urteil in Uganda
family image(04.01.11/dom) Die Zustände in Uganda sorgten international für Schlagzeilen: Doch nun kommen erfreulichere Nachrichten aus dem afrikanischen Staat. Ein Gericht unterstützt Homosexuelle, welche sich gegen ein Zwangsouting wehrten.

Die Regierung debattierte über das umgangssprachlich "Kill the Gays" genannte Gesetz, mit welchem die Strafen für Homosexualität massiv erhöht würden bis hin zur Todesstrafe (gay.ch berichtete), und im Oktober outete die nationale Zeitung mit dem Titel "Rolling Stone" gleich hundert Schwule auf der Frontseite, und forderte auf, sie zu hängen (gay.ch berichtete). Dies führte zu Verfolgung und Gewalt gegen einige, welche dort mit Bild, vollem Namen und sogar mit der Wohnadresse aufgelistet wurden. Eine Gruppe von Zivilkläger hat für die geouteten Schwulen nun eine Klage gegen die Zeitung erhoben, und das zuständige Gericht hat den Klägern Recht zugesprochen. Ein äusserst erfreuliches Ergebnis wenn man das homophobe Klima im Land bedenkt.

So haben die Richter der Zeitung unter anderem ein permanentes Verbot auferlegt, wonach sie nie wieder Fotos, Namen oder Adressen von Schwulen veröffentlichen dürfen. Auch Homosexuelle haben ihre Rechte, und das Gericht finde, dass die Persönlichkeitsrechte durch die Zeitung verletzt wurden, erklärte Richter Kibuuka Musoke.

Diverse Menschenrechtsgruppe und auch "Sexual Minorities Uganda" (SMUG) begrüssten dieses Urteil und erklärten, dass sie zufrieden seien, weil das Gericht auf ihrer Seite stand. Die Homosexuellen können den Gerichten jetzt vertrauen, heisst es weiter, weil sie den Fall angemessen beurteilt haben.

Weiter ungewiss ist die Zukunft des so genannten "Kill the Gays"-Gesetz, welcher im Parlament zur Debatte stand. Aufgrund massiven internationalen Drucks, sogar US-Präsident Barack Obama hat sich eingeschalten (gay.ch berichtete), ist das Gesetz von der Bildfläche verschwunden, und auch die Debatten dazu wurden im Parlament offenbar eingestellt. Wie jedoch der Autor des Gesetzesentwurf bekräftigte, wolle er das Gesetz immer noch durchbringen. Mit dem nun gefällten Gerichtsurteil besteht auch durchaus die Möglichkeit, dass die Diskussionen rund um das "Kill the Gays"-Gesetz wieder neu entfacht werden.