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TÜRKEI: Gericht lässt LGBT-Organisation schliessen
family image(10.01.11/dom) Das Strafgericht der türkischen Provinz Bursa hat angeordnet, dass die schwullesbische Organisation "Rainbow" geschlossen werden muss. Damit reagieren die Richter auf eine Klage von Bursa, dem Hauptort der Provinz, aus dem Jahr 2008.

Bereits seit längerem versucht die Stadt Bursa die LGBT-Organisation "Rainbow" zu verbieten. Immer neue Vorwürfe wurde hervorgebracht um der Organisation das Leben schwer zu machen. Seit anfangs 2007 heisst es seitens der Stadt etwa, dass die Organisation in illegale Aktivitäten wie Prostitution verstrickt sei, und später wurde schlicht und einfach erklärt, dass die "Rainbow" gegen die Moral verstosse. Die Mitglieder der Organisation zeigen sich aber kämpferisch. Sie erklärten bereits kurz nach der Urteilsverkündung anfang Januar 2011, dass sie gegen das Urteil Berufung einlegen werden, und falls dies nicht gestattet werde, dann hätten sie bereits Pläne, um eine neue Organisation zu gründen. "Rainbow" werde zudem auch während dem Berufungsverfahren weiter arbeiten, zumal die Organisation die einzige in ganz Bursa ist, welche sich um die Schwulen und Lesben kümmere und für sie arbeite.

Seit 2005 kommt es immer wieder vor, dass schwullesbische Organisationen vor Gericht gezerrt werden um sie verbieten zu lassen. Das passierte auch den drei grössten LGBT-Organisation der Türkei, Kaos GL von Ankara, Lambda in Istanbul und Black Pink Triangle in Izmir, bereits des öfteren. Dabei wollen die Gegner jeweils gelten machen, dass diese Gruppierungen die Werte und die Strukturen der Familie zerstören würden, dass sie sich gegen die türkische Identität richten würden und dass sie schlicht unmoralisch seien. Es ist ihnen jedoch jeweils gelungen durch Berufungsverfahren erfolgreich gegen eine Schliessung anzukämpfen. Das Ganze dauerte jedoch jeweils etliche Jahre und war von viel Unsicherheit geprägt.

Als Mitglied des Europarats und der Vereinten Nationen hat die Türkei beide Konventionen, sowohl die "European Convention on Human Rights and Fundamental Freedoms", wie auch die "International Covenant on Civil and Political Rights" unterschrieben. Darin gestehen sie den Organisationen ihren Schutz ein, und auch Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität wird verurteilt. Selbst die türkische Menschenrechtskommission im Parlament hat versprochen, dass diese dort festgeschriebenen Richtlinien verbinden seien und gelten, aber auch dabei fehlt es noch an der Umsetzung. Nach dem jüngsten Fall in Bursa haben sich nun verschiedenste, internationale Organisationen an die türkische Regierung gewandt, um sie zum Handeln aufzufordern und um "Rainbow" damit zu schützen.