(09.11.10/dom)
Es war vor allem der spanische Ministerpräsident José Luis
Rodriguez Zapatero, welcher vom Papst stark kritisiert wurde:
Dies, weil er nach der Übernahme des Amtes unter anderem die Ehe
für gleichgeschlechtliche Paare vollständig öffnete, die
Richtlinien für Schwangerschaftsabbrüche lockerte und den
Prozess für Scheidungen beschleunigte.
Seine zweitägigen Reise nach Spanien nahm Papst Benedikt
XVI. zum Anlass um einmal mehr seinen streng konservativen Kurs
zu verkünden. Dabei sprach er sich mit Vehemenz für die
Verteidigung der Werte der traditionellen Familie aus, und
verurteilte Abtreibungen aufs schärfste. In Spanien mache sich
eine aggressive, antichristliche Haltung breit, beklagte sich
der Papst bereits bei seinem Besuch des Wallfahrtsort Santiago
de Compostela zu Beginn seiner Spanien-Reise. Dieser weltweite
Trend müsse bekämpft werden, und dazu habe er eigens eine
Behörde im Vatikan eingerichtet, welche sich dem annehmen soll.
Europa solle die christlichen Lehren verstärkt im täglichen
Leben anwenden und sie dazu wiederentdecken, fügte Benedikt XVI.
hinzu.
Diese konservative Haltung wurde aber längst nicht von allen
begrüsst: So kam es auch zu zahlreichen Protestaktionen, unter
anderem auch von Schwulen- und Lesbenorganisationen. So
organisierten sie ein "Kiss-In" mit rund 200 Teilnehmern, ein
demonstratives Küssen als der Papst mit seinem "Papamobil" auf
dem Weg zur Sagrada Familia durch Barcelona an ihnen vorbei
fuhr. Sie protestierten damit gegen die Haltung des Papstes
gegenüber Homosexualität und gegenüber dem Gebrauch von
Kondomen. Doch auch andere Gruppierungen riefen zu
Demonstrationen auf, auch etwa um den Unmut bezüglich dem
Verhalten der katholischen Kirche in Bezug auf die sexuellen
Missbräuche in den eigenen Reihen öffentlich zu zeigen. Auch die
Polizei wurde unter anderem in Santiago de Compostela gegen die
Demonstranten eingesetzt. |