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SIERRA LEONE: Proteste gegen Rechte für LGBTs
family image(06.01.12/dom) Nach Nigeria, Uganda, Kamerun und anderen afrikanischen Staaten gibt es nun auch in Sierra Leone Proteste gegen die Rechte von LGBTs. Gegen 1000 Demonstranten haben sich dazu in der Hauptstadt Freetown getroffen.

Die Proteste sind eine direkte Reaktion auf die Ankündigung von US-Aussenministerin Hilary Clinton, welche erklärte, dass die Höhe der künftigen Entwicklungshilfe aus den USA auch von der Anerkennung der Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender abhänge (gay.ch berichtete). Schon vor den USA hat auch der britische Premierminister David Cameron die gleiche Ankündigung gemacht (gay.ch berichtete). Die islamischen Gruppierungen, welche nun zu den Protesten aufgerufen haben, wollen sich dagegen wehren, dass „der Westen“ ihre Politker beeinflusse, damit diese „ausserirdische und unmoralische“ Praktiken in ihrem Land anerkennen.

Dass dieses Anliegen auf Zuspruch stösst, zeigt die Tatsache, dass sich bereits bei der ersten Demonstration gestern gegen 1‘000 Personen in der Hauptstadt Sierra Leones, Freetown, versammelten. Die Proteste wurden zudem auch von jenen mitgetragen und unterstützt, welche per Zufall vor Ort waren. Homophobie ist in Sierra Leone weit verbreitet, und zieht sich quer durch alle Altersschichten, alle Ethnien und Religionen. Die gleichgeschlechtliche Liebe wird zudem als etwas angesehen, was von „Westen“ her importiert wird.

Sheikh Marrah, einer der Anführer der Proteste, erklärte, dass solche Aktionen fortan jeweils zweimal in der Woche stattfinden warden, am Montag, sowie am Freitag. Ein weiterer Anführer erklärte, dass für sie die Menschenrechte damit einhergehen, was mit der Natur konform ist, sprich, Mann und Frau, damit die Bevölkerung wachsen könne. Ähnlich klingt es auch vom Vizeminister für Information und Kommunikation von Sierra Leone. Bereits im Oktober erklärte er in Bezug auf die Anfrage von David Cameron, dass Homosexualität gegen die Kultur des Landes verstosse.

Scharfe Kritik gegen das Verhalten der aktuellen Regierung gab es von der US-Botschaft. So werfen die USA der Menschenrechtskommission von Sierra Leone unter anderem Gleichgültigkeit und Desinteresse gegenüber Schwulen und Lesben vor. So habe die Kommission beispielsweise eine offizielle Einladung einer LGBT-Organisation abgelehnt, welche ein Buch lanciert hat, welches über Safe-Sex-Regeln für Schwule aufklärt.