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USA: Verbot der Homo-Ehe ist verfassungwidrig
bild(05.08.2010/lp/dom) In Kalifornien darf die so genannte Homo-Ehe doch nicht verboten werden. Wäre da nur nicht das "Aber"...

Die gute Nachricht: Ein Bundesgericht in San Francisco urteilte am Mittwoch, 4. August, dass das im Jahr 2008 durch ein Referendum erwirkte "Homo-Ehe-Verbot" verfassungswidrig ist. Damals wurde in Kalifornien mit 52 Prozent für "Proposiition 8" und damit gegen die Homo-Ehe gestimmt. Damit die Entscheidung des Obersten Landesgerichts, welches die Homo-Ehe erlaubt hatte, wieder annuliert.

Doch leider gibts auch eine schlechte Nachricht: Es könnte alles anders werden und in ganz Amerika würde der Gang zum Traualtar für Lesben und Schwule nicht mehr möglich sein, denn der kritische Punkt liegt nun darin: Der Fall könnte durch die Instanzen der Bundesgerichte bis vors Oberste Gericht in Washington wandern. Sollte dies geschehen, dann wäre das "Worst-Case-Szenario" dass man sich gegen die Homo-Ehe entscheiden würde - damit wäre die Homo-Ehe endgültig ohne Berufungsmöglichkeit in allen Bundesstaaten der USA verboten.

Die Befürworter hatten bis Datum immer den Rechtsweg über die Landesgerichte beschritten, die lediglich für die Situation im jeweiligen Bundesstaat zuständig sind. In fünf der 50 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington ist die Homo-Ehe inzwischen erlaubt. Nun stellt sich die Frage, ob die oberste Instanz die ganze Situation auf nationaler Ebene kippen könnte.

Sowohl US-Präsident Barack Obama, wie auch der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, zeigten sich erfreut ob dem Urteil. So meinte Schwarzenegger in einer ersten Erklärung, dass die schwullesbischen Paare durch diese Entscheidung jene Rechte zugestanden bekämen, welche sie auch verdienen. In seiner Urteilsbegründung erklärte der zuständige Richter, Vaughn Walker, dass die beiden Paare "überwältigend" aufgezeigt hätten, weshalb das geltende Recht mit dem Verbot gegen die Verfassung des Bundesstaats verstosse. Weiter erklärte er, dass es keine rationalen Gründe für "Proposition 8" gebe. Es werde sogar der Eindruck vermittelt, dass heterosexuelle Paare den gleichgeschlechtlichen Paaren überlegen seien.

History rund um die so genannte Homo-Ehe in Kalifornien:

Einen ersten Anlauf nahm im Jahr 2004 ein wahrer Shootingstar unter den Politikern, nämlich der Bürgermeister von San Francisco, Gavin Newsom. Er wies höchstpersönlich die Standesämter seiner Stadt an, ab sofort auch gleichgeschlechtlichen Paaren einen Trauschein auszustellen. Damit erlangte er auch international viel Aufmerksamkeit. Doch die Gegner der so genannten Homo-Ehe, gingen vor Gericht, und nach wenigen Wochen entschied das Oberste Gericht in Kalifornien, dass diese Ehen für ungültig erklärt werden, und dass fortan keine gleichgeschlechtlichen Ehen mehr geschlossen werden dürfen in San Francisco.

Im Mai 2008 führte dann das Oberste Gericht in San Francisco die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare offiziell ein (gay.ch berichtete). Tausende Paare stürmten die Standesämter um endlich heiraten zu können. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Die Gegner begannen nämlich Unterschriften zu sammeln um eine Volksabstimmung zu erzwingen. Der Abstimmungskampf (gay.ch berichtete) um "Proposition 8" - eben des Verbots der so genannten Homo-Ehe - wurde erbittert geführt, und im November stimmten schliesslich 52 Prozent für Proposition 8, also für ein Verbot der Öffnung der Ehe (gay.ch berichtete). In einem weiteren Urteil wurde aber bestimmt, dass die zwischen Mai und November 2008 geschlossenen Ehe rechtlich gültig bleiben und nicht annulliert werden (gay.ch berichtete).

Im Januar 2010 gelangten nun erneut je ein schwules und lesbisches Paar ans Gericht (gay.ch berichtete). Die Gleichbehandlung, wie sie in der Verfassung steht, sei mit dem Verbot nicht gegeben, zudem verstosse es gegen die Bürgerrechte, und sie würden sich diskriminiert fühlen. Die Gegner wiederum finden, dass die Ehe die Bindung zwischen Mann und Frau umfasse, und dies müsse zwingen geschützt werden. Ein erstes Urteil wurde nun anfangs August gesprochen: Ein Verbot der Homo-Ehe ist verfassungswidrig.