(31.08.11/dom)
Am 2. Oktober soll es eine weitere Belgrade Gay Pride geben,
dies haben die Organisatoren bekannt gegeben. Im vergangenen
Jahr ist es im Rahmen der Veranstaltung zu wahren
Strassenschlachten zwischen Gegendemonstranten und der Polizei
gekommen.
Im vergangenen Jahr fand in Belgrad erstmals seit rund zehn
Jahren wieder eine Gay Pride statt, und erneut kam es zu
massiven Ausschreitungen. Hoologans, Ultranationalisten und
Neonazis lieferten sich wahre Strassenschlachten mit der
Polizei, in dessen Folge es rund 150 Verletzte gab, drei davon
waren Polizisten. In der vergangenen Woche erklärte nun der
serbische Innenminister und der baldige Premierminister, Ivica
Dacic, dass er eine Debatte darüber lancieren möchte, ob in
diesem Jahr eine Gay Pride abgehalten werden soll, oder nicht,
da wieder mit Ausschreitungen gerechnet werden muss. Ohne
Zustimmung werde er die Polizisten nicht entsenden, und sie
dieser Gewalt aussetzen, fügte er hinzu.
Jovanka Todorovic, ein Mitglied des Organisationskomitees der
Belgrade Gay Pride, kündigte darauf an einer strengbewachten
Pressekonferenz an, dass die Pride definitiv am 2. Oktober
stattfinden werde. Weitere Details zur Veranstaltung würden zu
einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, hiess es weiter. Wie
Goran Miletic, ein weiterer Organisator, zudem hinzufügte, habe
man die Polizei bereits informiert, dass man die Pride dann
durchführen werde. Weitere Kommentare, auch gegenüber den
Aussagen von Ivica Dacic, gab es keine, ausser, dass die
Zusammenarbeit mit diesen Partnern gut sei.
Doch auch die Gegner der Pride haben sich bereits zu Wort
gemeldet. Die ultranationalistische Organisation Dveri warnte
vor einer solchen Veranstaltung, da dies zu sozialen Unruhen
provozieren könne wie jene in London. Dass die Regierung Geld
für die Sicherheit bei einem solchen Event ausgebe, sei eine
Provoktion in solch wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Wenn die
Regierung einen solchen Marsch durch Belgrad erlaube, dann werde
die Stadt brennen wie kürzlich London.
Grundsätzlich hat die Polizei die Möglichkeit eine solche
Veranstaltung wie die Gay Pride zu verbieten, wenn begründete
Sicherheitsbedenken bestehen. Dies würde allerdings dem
internationalen Ansehen Serbiens schaden, und da das Land in die
Europäische Union möchte, wird man wohl von einem solchen Verbot
absehen. |