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POLEN: Wahlüberraschung…
family image(13.10.11/dom) Ministerpräsident Donald Tusk hat die Wahlen gewonnen: Doch, wie in Berlin, so gab es auch in Polen eine grosse Überraschung. Sie heissen zwar nicht Piraten, doch mit "Ruch Palikota" gewann ebenfalls eine Protestpartei auf Anhieb fast zehn Prozent Wähleranteil.

Dass eine Partei auf Anhieb einen solchen Wähleranteil erreicht, ist nicht unbedingt das Überraschende, aber, dass es im konservativen Polen eine Bewegung ist, welche sich offen für die Einführung der Homo-Ehe stark macht, den Einfluss der katholischen Kirche zurückdrängen will, sowie für den freien Zugang zu Verhütungsmitteln und die Legalisierung weicher Drogen anstrebt, macht das Ergebnis doch zu etwas sehr aussergewöhnlichem. Damit wird die Protestpartei mit ihren für das Land sehr radikalen Forderungen auf Anhieb drittstärkste Kraft in Polen.

Dieser Erfolg lässt sich durchaus mit dem Ergebnis der Piraten in Berlin vergleichen: Beide verfügten nur über ein geringes Wahlbudget im Vergleich zu den etablierten Parteien, vielmehr hielten sie sich mit unkonventionellen Events und "Happenings" im Gespräch. Damit schafften sie es in Polen vor allem bei den Jungen und den Linken zu punkten, was schlussendlich auch dazu führte, dass das Linksbündnis SLD als Verliererin dasteht und nur noch über einen Wähleranteil von 8.2 Prozent verfügt.

Doch trotz diesem Wahlerfolg von "Ruch Palikota" bleibt Polen fest in der Konservativen: Die liberalkonservative Bürgerplattform von Ministerpräsident Donald Tusk kommt auf rund 39.2 Prozent der Stimmen, während sein schärfster Konkurrent, Jaroslaw Kaczynsk, mit seiner nationalkonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit" auf 29.9 Prozent kommt.