(07.06.11/dom)
Als Transsexuelle brachte sie Schande über ihre Familie,
deshalb flüchtete Yasar aus der Türkei nach Österreich. Dort hat
sie nun aber alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft, und es droht
ihr die Abschiebung in die Türkei - trotz der lebensbedrohenden
Zustände.
In ihrem Pass ist sie noch ein Mann, doch bereits seit
längerem tritt Yasar öffentlich als Frau auf - so auch in der
Türkei. Doch von ihrer Familien konnte dieser Umstand nie
akzeptiert werden und sie wurde von ihnen verstossen. Dass es
sich als Transsexuelle in der Türkei nicht leben lässt, musste
Yasar am eigenen Leib erfahren: Sie wurde in Istanbul mit einem
Stich mit dem Messer in die Lunge schwer verletzt. Doch als sie
diesen Fall bei der Polizei zur Anzeige bringen wollte, weigerte
sich diese, den Vorfall zu untersuchen.
Daraufhin flüchtete sie aus der Türkei, da sie sich nicht mehr
sicher fühlte in ihrer Heimat. Schliesslich kam sie im September
2009 nach Österreich, um dort aufgrund ihrer Bedrohungslage Asyl
zu beantragen. Ihr Antrag wurde jedoch in erster Instanz
abgelehnt, die Frist um mit diesem Urteil in Berufung zu gehen,
hat Yasar daraufhin allerdings verpasst. Mittlerweile hat Yasar
sämtliche Rechtsmittel ausgeschöpft, und ihr Antrag wurde stets
abgelehnt. Am 29. Mai wurde sie in Wien festgenommen, und
seither befindet sich die Transsexuelle gar in Ausschaffungshaft.
Der Versuch, die für den 15. Juni festgesetzte Abeschiebung
durch Berufung auf den Artikel 3 der Europäischen
Menschenrechtskonvention doch noch zu verhindern, ist ebenso
gescheitert.
So kurz vor der Ausschaffung hat Yasar nun Unterstützung von "No-racism"
erhalten. Die österreichische Organisation ruft am 8. Juni um 17
Uhr zu einer Kundgebung vor dem Schub-Gefängnis Hernalser
Gürtel/ Ecke Breitenfeldergasse auf. Wie "No-racism" weiter
mitteilt, würde es in der Türkei fast monatlich zu
Hassverbrechen und Morden an Transsexuellen kommen, aus diesem
Grund sei die Abschiebung von Yasar absolut nicht tolerierbar. |