(29.07.10/dom)
Noch in diesem Jahr soll in Nepal die erste, offizielle Gay
Pride stattfinden, dies hat der Parlamentsabgeordnete Sunil Pant
in dieser Woche verkündet.
Es war im Jahr 2008, als der Himalajastaat einen gewaltigen
Schritt nach vorne machte: Das Oberste Gericht in der
nepalesischen Hauptstadt Kathmandu hat damals der Regierung den
Auftrag erteilt, dass die Gesetze des Landes so angepasst werden
müssen, dass gleichgeschlechtlichen Paaren die gleichen Rechte
zugestanden werden wie heterosexuellen. Im Weiteren sollen
Schwule und Lesben durch ein Anti-Diskriminierungsgesetz
geschützt werden. Mit dieser Weisung übernahm Nepal die absolute
Vorreiterrolle auf dem gesamten asiatischen Kontinent ein. Im
Mai diesen Jahres war es dann soweit: Mit der neuen Verfassung
wurden die Schwulen, Lesben und Transgender rechtlich
gleichgestellt (gay.ch berichtete).
Diese Entwicklung verdankt die Gay Community nicht zuletzt Sunil
Pant, der bislang einzige Parlamentsabgeordnete in Nepal, der
offen zu seinem Schwul-sein steht. Nicht zuletzt auch durch
seine gute Verankerung in der Bevölkerung konnte er damals die
Gleichstellung der homo- mit den heterosexuellen Paaren
erreichen. Nun geht Sunil Pant noch einen Schritt weiter. Noch
in diesem Jahr soll in Nepal die erste offizielle Gay Pride
stattfinden.
Pant schlägt vor, dass die "Nepal Pride" - so der Name des
Events - gleichzeitig mit einem Hindu Festival stattfinden
solle. Dieses ist bei den Schwulen sehr beliebt und findet am
25. August statt. Während dem Festival werden all jene geehrt,
welche im Vorjahr gestorben sind. Zudem kleiden sich an diesem
Tag die Männer traditionellerweise in Frauenkleider. Wie Sunil
Pant weiter erklärte, soll die Pride auch Live Konzerte
beinhalten und es soll sehr farbig werden. Zum Ende der
Veranstaltung würden Kerzen angezündet, welche an die Opfer von
HIV und von Gewalt erinnern sollen.
Der Event soll sehr international werden, sagte Sunil Pant
gegenüber der "AFP". Nepal habe in den vergangenen Jahren sehr
viel erreicht in Bezug auf die Anliegen der Schwulen und Lesben.
Er hoffe, dass sich dies nun ausbreiten werde und auch andere
inspiriere und ihnen Hoffnung gebe. |