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RUSSLAND: Moscow Pride erneut verboten
family image(21.05.10/dom) Es war ja eigentlich nicht anders zu erwarten: Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt stellt wieder auf stur, und verbietet die Pride in "seiner" Stadt erneut.

In der letzten Woche haben die Organisatoren der Moscow Pride, wie in jedem Jahr, wiederum einen Antrag beim Bürgermeister der Stadt, Yury Luzhkov, gestellt, damit sie ihren Demonstrationszug in einem legalen, von der Stadt genehmigten Rahmen durchführen können. Doch wie nicht anders zu erwarten, erhielten die Organisatoren erneut einen Korb von Luzhkov. Damit wird es wieder zu einem wahren Spiel mit dem Feuer, wenn sie die Parade am 29. Mai trotzdem durchführen wollen.

Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Pride schon mehrmals verboten. Als einige Schwule und Lesben dann trotzdem durch die Stadt zogen, wurden sie von Ultranationalisten und Rechtsradikalen, welche eine Gegendemonstration organisierten, gewalttätig angegriffen. Die Polizei griff nicht ein und schützte die Schwulen und Lesben nicht, sondern verhaftete sogar einige von ihnen, oder schaute zu, wie sie verprügelt wurden. Dies erstaunt wenig, hält doch der Bürgermeister selber auch nicht mit seiner Homophobie zurück. So bezeichnete Luzhkov die Gay Pride schon mehrfach öffentlich als "satanische Veranstaltung".

Die Veranstalter zeigen sich aber wiederum kämpferisch: Sie würden nicht aufgeben, erklärten sie bereits, obwohl Krawalle und Gewalt wohl nicht zu verhindern sind. Auch auf dem Rechtsweg arbeiten die Veranstalter auf Hochtouren: Sobald sie das Verbot schriftlich haben, werden es vor einem russischen Gericht anfechten. Doch auch auf internationaler Ebene üben sie Druck auf den Bürgermeister und auf Russland aus: Sie haben für jedes Verbot ihrer Moscow Pride eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht. Dass ihnen dort Recht zugesprochen wird, gilt als höchstwahrscheinlich, und dies weiss offenbar auch Russland. Aus diesem Grund setzen die Behörden derzeit alles daran, möglichst viel Zeit verstreichen zu lassen. Russland hat bei jeder Klage die Möglichkeit ihre Sicht der Dinge darzulegen, da das Land aber derzeit mit massenhaft Klagen - nicht nur in Bezug auf die Moscow Pride, sondern auch wegen anderen Menschenrechtsverletzungen - eingedeckt wird, hat die Regierung bereits mehrfach um Aufschub gebeten beim Gerichtshof.