(24.01.11/dom)
Offenbar leben mit dem HI-Virus Infizierte und AIDS-Kranke
mit einem deutlich höheren Risiko für einen Hirnschlag - dies
geht aus einer Studie von amerikanischen Forschern hervor. Der
Grund dafür ist bis jetzt noch nicht klar.
Die Zahl der Hirnschläge ist in den USA in den vergangenen
zehn Jahren stetig gesunken - ausser bei jenen, welche mit dem
HI-Virus leben, dort zeichnete sich eine starke Zunahme ab. Dies
entdeckten Dr. Bruce Ovbiagele von der "UC San Diego School of
Medicine" und Dr. Avindra Nath von der "Johns Hopkins
University", nachdem sie die Statistiken aller hospitalisierten
Patienten zwischen 1997 und dem Jahr 2006 untersuchten, bei
welchen ein Schlaganfall diagnostiziert wurde. Publiziert haben
sie ihre Ergebnisse in einem Onlineartikel bei "Neurology".
Innerhalb der zehn Jahre, welche die Forscher unter die Lupe
genommen haben, sank die Zahl der Gehirnschläge in den USA um
rund sieben Prozent, nämlich von 998'739 Fällen im Jahr 1997 auf
926'997 Fälle im Jahr 2006. Einen genau gegensätzlichen Trend
zeigten die Statistiken aber bei den HIV-Infizierten, dort stieg
die Zahl der Schlaganfälle um massive sechzig Prozent an, und
zwar von 888 Fällen im ersten Jahr auf 1'425 Fälle im letzten,
der untersuchten Jahre. Die Zunahme war dabei ausschliesslich
bei jenen Hirnschlägen, welche aufgrund von Blutgerinnseln im
Hirn entstanden, feststellbar, und nicht bei sonstigen
Blutungen.
Als Gründe für diese Resultate gaben die Forscher an, dass die
HIV-Infizierten aufgrund der Medikation heute länger leben
würden, und das Risiko für einen Hirnschlag nehme mit
zunehmendem Alter zu. Die Mehrheit der Infizierten, welche einen
Schlaganfall erlitten, waren allerdings im Alter von rund
fünfzig Jahren, und dies zeige jedoch auch, dass die
Viruserkrankung oder die Medikation ebenfalls eine Rolle
spielen. Die beiden Autoren der Studie fordern nun die Ärzte
auf, dass sie sich bei HIV-Patienten verstärkt auf die Symptome
von Schlaganfällen achten sollen. Gleichzeitig relativierten sie
aber, dass auch durch die erhöhte Gefahr, dass Risiko für einen
Hirnschlag generell sehr tief liege. |