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MALAYSIA: Schüler in Anti-Gay-Camp geschickt!
family image(20.04.11/dom) Homosexualität wird in Malaysia bestraft, und die Behörden setzen alles daran, um "das Übel" bereits an den Wurzeln zu packen: Dies mussten nun auch 66 Schüler am eigenen Leib erfahren…

Wie in den meisten muslimischen Ländern, so stehen auch in Malaysia auf Homosexualität hohe Strafen bis hin zu maximal 20-jährigen Gefängnisaufenthalten. Und um Homosexualität auch bei Jugendlichen entschieden entgegenzutreten, greifen die Behörden mitunter zu drastischen Mitteln. Lehrer haben nun nämlich 66 Schüler als zu weiblich beurteilt, und diese in ein viertägiges Camp geschickt, wo ihnen männliches Verhalten beigebracht wird. Weiter soll dieses Camp auch eine abschreckende Wirkung haben, damit sie nicht schwul werden, heisst es von offizieller Seite.

Man werde die Schüler nicht ändern können, erklären die Verantwortlichen, und das wäre auch über Nacht gar nicht möglich. Sie wollen die Jugendlichen nur vor die Wahl stellen, was sie mit ihrem Leben anfangen können. Ein paar dieser "weiblichen" Jungen werden wohl trotzdem Trans- oder Homosexuelle werden, doch man wolle das möglichste tun, um dies zu verhindern.

Die Jugendlichen, welche nun in dieses Camp geschickt wurden, sind im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, und sie wurden von ihren Lehrern dafür angemeldet, heisst es von Razali Daud, dem Bildungsminister. Sie würden nun einerseits Religionsunterricht erhalten, aber auch Motivationstraining. Die Jugendlichen sollen damit wieder auf den richtigen Weg zurückgeführt werden, erklärte Razali weiter, bevor sie an jenen Punkt gelangen, bei dem es kein zurück mehr gibt. Das Camp, welches nun mit 66 Schülern gestartet wurde, ist das Erste dieser Art. Wenn es zu Ende ist, werden die Eltern und auch die Lehrer auf ähnliche Weise weiter begleiten, heisst es weiter.

Verschiedene Menschenrechtsgruppen sind empört und schockiert ob dieser Praxis. So werden unter anderem Stimmen laut, dass endlich gegen diese homophoben Zustände unternommen werden müsse, bevor es noch schlimmer werden. Auch das Wort ergriffen hat inzwischen die malaysische Frauenministerin Shahrizat Abdul Jalil. Sie ist der Meinung, dass dieses Camp die Rechte der Kinder verletze. Sie würden dadurch traumatisiert.

In der Vergangenheit sind bezüglich Homosexualitöt immer wieder mehr als fragwürdige Exempel statuiert worden. So wurde unter anderem Oppositionsführer Anwar Ibrahim beschuldigt, er habe Sex mit seinem Assistenten gehabt. Darauf wurde der Vater von sechs Kindern ins Gefängnis gesteckt - der wahre Grund dafür dürfte aber wohl gewesen sein, dass er mit seiner Oppositionspartei zu mächtig geworden ist.