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USA: Hillary Rodham Clinton lobt serbische Polizei
bild(14.10.10/dom) Die Polizei von Serbien setzte am vergangenen Sonntag alles daran, die Schwulen und Lesben der ersten Gay Pride in Belgrad seit neun Jahren, vor den gewalttätigen Gegendemonstranten zu schützen: Dafür erntete sie nun Lob von der amerikanischen Aussenministerin Hillary Rodham Clinton, welche in Belgrad zu einem offiziellen Treffen mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadic zusammenkam.

Es waren keine schönen Bilder, die uns am Sonntag aus Belgrad erreichten. Rund 6000 Gegendemonstranten standen 1000 Schwulen und Lesben gegenüber, welche für Toleranz und Akzeptanz warben und an der ersten Pride seit neun Jahren teilnahmen (gay.ch berichete). Dazwischen waren rund 5600 Polizisten im Einsatz, welche die nötige Distanz zwischen den beiden Gruppen aufrechtzuerhalten versuchte. Dabei wurde die Polizei auch massiv angegriffen durch die Gegendemonstranten. Die Ultranationalisten, Konservativen und Neonazis warfen dabei auch Molotov-Cocktails und Steine, plünderten Geschäfte, steckten Autos in Brand und lieferten sich mit den Polizisten wahre Strassenschlachten. Dieser Einsatz wurde nun von US-Aussenministerin Hillary Rodham Clinton gelobt.

Während ihrem Besuch in Belgrad erklärte Rodham Clinton, dass sie den Mut der Polizei speziell hervorheben möchte, welche am vergangenen Sonntag für die Sicherheit der Teilnehmer an der Pride gesorgt haben. Es sei schwierig gewesen, doch man könne jetzt sehen, dass die offizielle Behörde, welche für die Einhaltung der Gesetze zuständig ist, eindeutig ihre Unterstützung gezeigt habe, damit für alle die gleichen Rechte gelten, fügte die Aussenministerin gegenüber dem serbischen Präsident Boris Tadic hinzu. Vor den Journalisten erklärte Tadic, dass es seine persönliche, und auch seine politische Haltung sei, dass die Rechte von jedem Einzelnen geschützt werden müssen, dies sei die Basis für Demokratie und nur so sei eine freie und eine florierende Gesellschaft überhaupt möglich.

Nicht zuletzt auch zur Freude von Hillary Rodham Clinton, zeigte der Staat Serbien härte: Am Dienstag teilte die Polizei nämlich mit, dass zumindest gegen Mladen Obradovic ein Verfahren eingeleitet wird, und dass er von der Staatsanwaltschaft angeklagt wurde. Er gilt als Drahtzieher der Krawalle gegen die Teilnehmer der Pride. Der Führer einer Gruppierung namens „Obraz“ wird der Anwendung von Gewalt während der Gegendemonstration verdächtig. Insgesamt wird gegen 130 Personen ermittelt, 66 davon müssen als vorsorgliche Massnahme noch vor dem eigentlichen Prozess für rund dreissig Tage in Untersuchungshaft bleiben. Mladen Obradovic, dem Anführer, drohen bei einem Schuldspruch bis zu zwölf Jahre Gefängnis.

Auch die Schweiz hat reagiert: Pink Cross, der nationale Dachverband der schwulen Männer in der Schweiz, und LOS, die Lesbenorganisation Schweiz, bedanken sich ebenfalls bei der Polizei in Belgrad für deren Einsatz (gay.ch berichtete).