(28.04.11/dom)
Wie erst jetzt bekannt wurde, sind am 17. April drei schwule
Männer in Kamerun durch die Polizei verhaftet worden. Nach zwei
Tagen wurden sie zwar wieder freigelassen, doch die
Stigmatisierung aufgrund ihrer Homosexualität blieb.
Abubakar Silliki und Yannick Mbezele hatten ihre
Differenzen, und zwar ging es um Geld. Um ihren Streit zu
schlichten gingen sie in Douala, der grössten Stadt Kameruns,
auf eine Polizeistation, damit die dortigen Beamten schlichten
und den Fall neutral beurteilen können. Doch der Fall nimmt eine
ungewöhnliche Wende, denn die Beiden schildern den Grund ihres
Streits offenbar ohne sich Gedanken über die möglichen
Konsequenzen zu machen: So beschuldigt Mbezele seinen
Kontrahenten Silliki offen, dass er ihm 30'000 CFA (knapp 60
CHF) versprochen habe, wenn sie zusammen Sex hätten. Da
Homosexualität in Kamerun geahndet und mit Geldbussen oder gar
mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft wird, wurden die Beiden noch in der Polizeistation
festgenommen und ins Gefängnis gesteckt.
Ytembeng Pascal, ein Freund der Beiden, machte sich ob deren
verschwinden sorgen und ging ebenfalls zur Polizei um sich zu
erkundigen. Dann wurde er ebenfalls gleich festgenommen und in
eine Zelle verfrachtet. Als Haftgrund gaben die Beamten die
"weibliche Persönlichkeit" des Mannes an, und weil er ein
Bekannter von Abubakar Silliki und Yannick Mbezele sei. Nach
zwei Tagen Haft wurden die drei Männer wieder aus der Haft
entlassen, nachdem sich die Anwältin und Präsidentin von ADEFHO
(Association camerounaise pour la défense de l'homosexualité),
Alice Nkom, für deren Freilassung eingesetzt hat. Sie konnte die
Polizei überzeugen, dass die Verhaftungen illegal gewesen sind.
Auch das US-Aussenministerium hat jüngst in einem Bericht die
Menschenrechtssituation für LGBTs in Kamerum gerügt. Einzelne
Häftlinge im New Bell Prison in Douala, welche aufgrund ihrer
Homosexualität verhaftet wurden, seien im Gefängnis
Diskriminierungen und Gewalt von Mitinsassen ausgesetzt, heisst
es im Bericht. Jene, welche sich für die Rechte der Schwulen,
Lesben und Transgender einsetzen, wie eben die Anwältin Alice
Nkom würden ständig attackiert und bedroht, sogar von Seiten der
Behörden. |