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KAMERUN: 3 Männer zu je 5 Jahren Haft verurteilt
family image(25.11.11/dom) Das drastische Vorgehen der Polizei und der Politik gegenüber – vermeintlich - schwulen Männern nimmt in zahlreichen afrikanischen Staaten immer mehr zu. In Kamerun wurden am Dienstag drei Männer zu je fünf Jahren Haft verurteilt, weil sie angeblich schwulen Sex hatten.

Wie in den meisten Ländern in Afrika, so ist Homosexualität auch in Kamerun verboten. Die volle Härte dieses Gesetzes haben nun drei Männer erlebt, welche am Dienstag zu je fünf Jahren Haft und einer Busse von einem Gericht im Stadtteil Ekounou in der Hauptstadt Youndé verurteilt wurden. Die Männer wurden bereits im Juli beim Sex in einem Auto erwischt und gleich darauf verhaftet. Bis am Dienstag mussten sie nun auf ihren Prozess warten. Während zwei der Männer selber im Gericht anwesend waren, wurde der Dritte in Abwesenheit verurteilt. Dieses Urteil war das bislang Härteste, welches aufgrund von Homosexualität je in Kamerun ausgesprochen wurde.

Die Verteidigung der drei Männer kritisierte die Richter scharf. Mit diesem Urteil würde das geltende Recht verletzt, erklärte ein Anwalt. Die Richter hätten sich zudem von Homophobie leiten lassen und dies den Angeklagten auch deutlich zu spüren gegeben. Der Leiter von Adefho, einer Gruppe, welche sich für die Rechte der LGBTs in Kamerun stark macht, erklärte ebenfalls, dass dieses Urteil eines Landes unwürdig sei, welches die Menschenrechte einhalten wolle.

Anders klingt es vom Vorsitzender der Dachorganisation aller Jugendgruppen des Landes: Er sei sehr zufrieden mit dem Urteil, und dann fügte er noch hinzu, dass der Westen immer versuche ihre Werte auf Kamerun zu übertragen. Dann wurde verschärfte er die Rethorik noch mehr. Kamerun würde sich im Krieg mit den Homosexuellen befinden. Homosexualität sei nicht ein Teil von ihnen, es sei per Gesetz verboten und deshalb würde man auch dagegen ankämpfen.

Bereits im vergangenen April sorgte Kamerun diesbezüglich für Schlagzeilen (gay.ch berichtet): Drei Schwule wurden damals verhaftet. Und im August waren es vier Männer, welche verhaftet und wegen „unsittlichem Verhalten“ angeklagt wurden. Die Verteidiger erklärten damals, dass die vier Männer in eine Falle getappt seien, und sie gar nie diese Absichten gehabt hätten, was man ihnen vorwerfe. Im Weiteren wird zudem befürchtet, dass Kamerun die Gesetze gegen Homosexualität weiter verschärfen wird. Die öffentliche Meinung darüber beeinflussen die Politiker dadurch, dass sie Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzen.