templates image

USA: Derzeit doch keine Homo-Ehe in Kalifornien
family image(17.08.10/dom) Es war ein kurzer Lichtblick, als Richter Vaugh Walker vor wenigen Tagen verkündete, dass ab dem 18. August vorerst wieder geheiratet werden darf: Ein neues Urteil verbietet die Homo-Ehe nämlich wieder - und zwar bis mindestens im Dezember.

US-Präsident Barack Obama hat es gefordert, und auch Gouverneur Arnold Schwarzenegger liess seine Muskeln spielen - doch genützt hat es nichts. Nachdem Richter Vaugh Walker vom Bezirksgericht in San Francisco geurteilt hat, dass "Proposition 8", also das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe, der Verfassung des Bundesstaats Kalifornien widerspreche (gay.ch berichtete), herrschte grosse Freude bis in die höchsten Ämter der Politik. Sowohl Obama wie auch Schwarzenegger forderten, dass die schwullesbischen Paare unverzüglich wieder heiraten dürfen (gay.ch berichtete). Dies stellte Richter Walker auch in Aussicht, und zwar setzte er den 18. August als Stichtag für die Wiedereinführung (gay.ch berichtete).

Doch die Gegner der so genannten Homo-Ehe schliefen nicht: Gleich nach der ersten Urteilsverkündung, dass die Homo-Ehe verfassungswidrig sei, reichten sie Berufung ein, und gestern entschied nun das US-Berufungsgericht in San Francisco, dass bis mindestens Dezember keine Homo-Ehen geschlossen werden dürfen. Der ganze Prozess entwickelt sich mehr und mehr zu einer Paragrafen-Schlacht. Das Berufungsgericht will mit einer Anhörung am 6. Dezember nicht etwa entscheiden, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll oder nicht, sondern, die Richter wollen nur einmal darüber urteilen, ob die Gegner der Homo-Ehe überhaupt das Recht haben, gegen die Entscheidung des Bezirksgerichts Berufung einzulegen. Solange das Berufungsgericht nun nicht darüber befunden hat, dürfen auch keine Ehen zwischen Schwulen, Lesben und Transgender geschlossen werden.

Verschiedenste Menschenrechtsorganisationen, zahlreiche Politiker und natürlich auch die Gay Community zeigte sich enttäuscht ob dem neusten Urteil. Anders bei den Gegnern: Sie wollen erreichen, dass keine einzige Homo-Ehe mehr geschlossen werden kann, bis nicht sämtliche gerichtlichen Instanzen darüber befunden haben. Sie haben bereits angekündigt, dass sie bis vor das Oberste Gericht der USA in der Hauptstadt Washington D.C. ziehen werden. Damit wird ein jahrelanger Prozess immer wahrscheinlicher…