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ISRAEL: Jerusalem muss Gay Organisation fördern
family image(16.09.10/dom) Die Stadt Jerusalem hat sich lange geweigert, die schwullesbische Organisation "The Open House" finanziell zu unterstützen. Ein entsprechender Antrag wurde seit sieben Jahren immer wieder abgelehnt. Nun ist es aber zu einem Gerichtsurteil gekommen: Jerusalem muss "The Open House" mit jährlich rund 120'000 Franken unterstützen.

Es sei ein kleiner Schritt in Richtung Toleranz, erklärte der der Leiter von "Open House" in Bezug auf das Urteil des Obersten Gerichts in Israel. Die Richter hatten nämlich geurteilt, dass die Stadt Jerusalem das Zentrum für Schwule und Lesben mit Fördermitteln unterstützen muss. Neben dem "Open House" sollen auch andere gemeinnützige Projekte künftig von der Gemeinde unterstützt werden.

Die Streitigkeiten um finanzielle Unterstützung durch Fördergelder zwischen der Institution und der Stadt Jerusalem dauern bereits seit Jahren an. 2003 erhielt "The Open House" aufgrund eines Urteils eines Amtsgerichts schon mal einen Teilbetrag zugesprochen. Doch ab 2005 wurden diese Zahlungen in einem weiteren Prozess wieder abgelehnt. Die Organisation zog daraufhin weiter bis vor das Oberste Gericht und bekam nun wieder Recht - und mit 120'000 Franken erst noch einen deutlich höheren Betrag zugesprochen als im früheren Urteil.

Er hoffe, dass das Gericht nicht noch mal über einen solchen Fall entscheiden müsse, erklärte der Richter in der Urteilsbegründung, und weiter hoffe er, dass Jerusalem seine Ablehnung gegenüber der Gay Community endlich aufgebe. Im 21. Jahrhundert dürfe Diskriminierung keinen Platz mehr haben. Die Schwulen und Lesben würden im Rechtsstaat Israel - im Vergleich zu den meisten Nachbarstaaten - gleichbehandelt, fügte er hinzu.

Dass Städte in Israel schwullesbische Organisationen unterstützen, ist nichts Neues, doch Jerusalem als Schmelztiegel der Religionen hat sich bislang geweigert, da zahlreiche Konservative und Ultraorthodoxe Homosexualität als Sünde betrachten und nicht akzeptieren. In der Vergangenheit ist es, etwa bei Pride Veranstaltungen, immer wieder zu massiven, gewaltsamen Zusammenstössen gekommen. Die Jerusalem Pride in diesem Jahr blieb jedoch überraschend ruhig (gay.ch berichtete).

Einen Lichtblick sehen auch die Verantwortlichen von "The Open House". So erklärte der Leiter gegenüber "Ynet", dass die Behörden nun nicht mehr in der Lage seien, die Schwulen und Lesben weiter zu verachten und zu übergehen.