(27.04.11/dom)
Japan hat einen Harvey Milk: Taiga Ishikawa ist der erste
Schwule, der in ein politisches Amt gewählt wurde.
Bei den Lokalwahlen in Toshima, einem Viertel der
japanischen Hauptstadt Tokyo, gewann Taiga Ishikawa einen Sitz
im Rat des Stadtbezirks - und dies, obwohl er während dem
Wahlkampf nie ein Geheimnis
aus seiner Homosexualität gemacht hat. Entsprechend bejubelt
wird die Wahl auch von der LGBT-Community und auch die Presse
ist voll des Lobes und feiert Ishikawa bereits als den
japanischen Harvey Milk.
Entsprechend zuversichtlich zeigte sich auch der frisch gewählte
Politiker: Er hoffe, dass sein Wahlsieg den Schwulen, Lesben und
Transgender helfen werde. Sie sollen durch seine Wahl neue
Hoffnung für die Zukunft erhalten, nicht zuletzt weil viele von
ihnen sich selber nicht akzeptieren können, sich alleine und von
der Gesellschaft isoliert fühlen und weil viele sogar Selbstmord
begehen. Viele LGBT oder sexuelle Minderheiten würden ihr
Anderssein im Laufe der Schulzeit feststellen, erklärte Ishikawa
weiter. Viele dieser Schulen würden den Gemeinden
angehören, und aus diesem Grund wolle er als Stadtrat gerade
diese LGBT-Schülern und -Schülerinnen stärken und ihnen Mut
machen.
Es war im Jahr 2002, als sich Taiga Ishikawa via seiner
Biografie geoutet hat. Er nannte das Buch "Boku No Kareshi Wa
Doko Ni Iru", was soviel heisst wie "Where is my Boyfriend?".
Fortan setzte sich der heute 36-Jährige öffentlich für die
Community in Japan ein und gründete unter anderem die
Non-Profit-Organisation "Peer Friends", welche in verschiedenen
japanischen Grossstädten immer wieder Anlässe organisiert, wo
junge, schwule Männer die Möglichkeit erhalten, andere Gays zu
treffen. |