(02.03.11/dom)
Schwule und Lesben haben es alles andere als leicht in
Jamaika, dies führte auch der jüngste Vorfall wieder vor Augen.
Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es am 20. Februar in der
einzigen Gay Bar in Montego Bay eine Razzia.
Es waren dramatische Szenen, welche sich in der Bar
abgespielt haben. Die Polizei fuhr mit zwanzig Mann vor, trat
die Türen ein und begann mit homophobe Sprüche rumzuschreien.
Sie schlugen zudem auf den Inhaber der Bar ein und begann wie
wild mit ihren Pistolen rumzufuchteln. Die raus rennenden Gäste
wurden draussen bereits erwartet, und zwar von den Besitzern von
benachbarten Hetero-Bars und Clubs, welche begannen die
Flüchtenden mit Flaschen und Steinen zu bewerfen, hiess es laut
der Organisation J-FLAG. Bei diesem Zwischenfall wurden
insgesamt zehn Personen ernsthafter verletzt, so dass sie sich
in medizinische Behandlung begeben mussten.
Offenbar hat sich bereits anfangs Februar ein ähnlicher Vorfall
in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston erreignet, als ein Gay
Club auch vergleichbare Weise überfallen wurde. Die Behörden
teilten damals mit, dass sie keine Kenntnisse von diesem Vorfall
und auch keine Erklärung dafür hätten.
Dass das Klima für Schwule und Lesben in Jamaika in den
vergangenen Wochen wieder um einiges rauer geworden ist, zeigen
auch die eMails mit Todesdrohungen, welche Schwulenaktivist
Maurice Tomlinson jüngst als Antwort auf einen offenen Brief
erhalten hat. Als Mitglied von J-FLAG und der Organisation
"Aids-Free World" schrieb er einen Brief an den Herausgeber
einer lokalen Zeitung, in dem er sich auf die Razzia in der Gay
Bar in Montego Bay bezieht. Darauf wurde er in einem Hass-Email
aufs übelste beschimpft und mit dem Tod bedroht. Das eMail
leitete er darauf an die Polizei und an das Aussenministerium
weiter. Zudem forderte er alle auf, dieses eMail zu
veröffentlichen, für den Fall der Fälle, dass ihm tatsächlich
etwas zustossen sollte. |