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JAMAIKA: Oppositionsanführerin spricht sich für die LGBTs aus
family image(24.12.11/dom) Die Präsidentin der Nationalen Volkspartei Jamaikas, Portia Simpson Miller, spricht sich für die LGBT-Community aus - so was wie ein Novum auf der Karibikinsel.

Der amtierende Premierminister Andrew Holness, und die Anführerin der Opposition, Portia Simpson Miller, sind sich nicht gerade einig: Während Simpson Miller klar Partei für die Schwulen und Lesben ergreift, so zeigt sich Holness in dieser Frage sehr zurückhaltend.

Portia Simpson Miller, Präsidentin der Oppositionspartei, erklärte in einem Statement, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden soll. Sie hätte auch kein Problem damit, einen Schwulen, respeaktive eine Lesbe in ihr Kabinett aufzunehmen, sollte sie an die Macht kommen. Die Minister sollen aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgesucht werden, erklärte sie weiter.

Wesentlich zugeknöpfter zeigt sich Premier Andrew Holness: Seine Position sei geleitet durch die Bedürfnisse des Landes. Da Homophobie in Jamaika stark verbreitet ist, und des öfteren auch Schwule und Lesben gewaltsam angegangen und sogar verfolgt werden, sagt diese Aussage schon einiges aus. Gleichzeitig erklärte Holness aber auch, dass sein Land weiterhin die Grund- und die Menschenrechte seiner Einwohner schützen werde.

In Jamaika ist derzeit Wahlkampf. Holness kämpft dabei darum, weiter im Amt zu bleiben, und Portia Simpson Miller von der Nationalen Volkspartei möchte ihm das Amt streitig machen.

Die Schwulen und Lesben haben es alles andere als einfach in Jamaika: Zwar ist Homosexualität an sich nicht strafbar, sondern nur der homosexuelle Akt, aber dennoch gehören Diskriminierungen zur Tagesordnung - oft auch geduldet oder gar iniziert von den Behörden. So wurde erst im vergangenen Februar eine Razzia in der einzigen Gay Bar in Montego Bay durchgeführt (gay.ch berichtete). Im August wurde darauf eine nationale Fernsehkampagne gestartet, welche sich explizit gegen Homophobie richtet (gay.ch berichtete). Unterstützt wurde die Kampagne auch von der ehemaligen Miss Jamaica World und auch von der US-Botschafterin in Jamaika.